Emmanuel Macron | Bildquelle: AFP

Macron trifft Merkel Mehr als ein Pflichttermin

Stand: 15.05.2017 10:48 Uhr

Gerade erst wurde Frankreichs neuer Präsident in sein Amt eingeführt, schon reist er nach Berlin. Auch wenn der Antrittsbesuch in Deutschland Tradition ist - für Macron und Kanzlerin Merkel dürfte das Treffen mehr als ein Pflichttermin sein.

Von Kerstin Gallmeyer, ARD-Studio Paris

Es ist in Frankreich gute Tradition, dass ein neuer Staatschef als erstes dem deutschen Bundeskanzler oder der Bundeskanzlerin einen Besuch abstattet. Genauso wie andersherum. Insofern folgt Emmanuel Macron dem Vorbild seiner Amtsvorgänger. Trotzdem ist seine Reise nach Berlin alles andere als nur ein Pflichttermin: Denn es dürfte vor allem um die deutsch-französische Zusammenarbeit und um Europa gehen.

Ein stärkeres Europa ist schließlich eine der Herzensangelegenheiten von Frankreichs neuem Präsidenten: "Wir brauchen ein wirksameres, demokratischeres und politischeres Europa. Denn Europa ist das Instrument unserer Stärke und unserer Souveränität. Ich werde mich dafür einsetzen", versprach Macron gestern bei seiner Antrittsrede im Elysée-Palast.

Frankreichs neuer Staatschef Macron fährt nach seiner Amtseinführung über die Champs-Élysées. | Bildquelle: AFP
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Frankreichs neuer Staatschef Macron: Seine erste Reise führt nach Berlin.

Vision von einem mutigen Europa

Macron will ein Europa, das mutig voran geht - beim Klimaschutz, in gemeinsamen Sicherheitsfragen und in internationalen Beziehungen. Aber auch ein Europa, das seine Bürger schützt und für sie greifbarer wird. Ganz konkret plädiert Macron für eine Vertiefung der Eurozone - mit einem eigenem Haushalt und eigenem Wirtschafts- und Finanzminister.

Pläne, die in Berlin schon einige Wellen geschlagen haben. Und auch EU-Kommissar Günther Oettinger erteilte unmittelbar vor Macrons Besuch dessen Vorschlag zur Schaffung eines Euro-Finanzministers eine Absage. "Forderungen wie ein Euro-Finanzminister sind eher Träume", sagte der CDU-Politiker.

Davon lässt sich Frankreichs neuer Präsident aber nicht abschrecken. Schließlich weiß auch er, dass in Deutschland Wahlkampf angesagt ist. Er will heute vor allem erstmal eines: mit Angela Merkel über seine Vorstellungen für Europa sprechen. "Dieses Projekt möchte ich der Bundeskanzlerin präsentieren und mich mit ihr austauschen."

Die Holzhammer-Methode liegt ihm dabei sicher nicht im Sinn. Auch wenn Macron vor einigen Wochen den deutschen Exportüberschuss als zu hoch kritisiert hat, ist Frankreichs neuem Präsidenten an der deutsch-französischen Freundschaft sehr gelegen. Und er will auch seinen Teil tun: Im Wahlkampf hatte Macron nicht nur einmal betont, dass Frankreich erst seine Hausaufgaben machen muss. Das heißt für ihn, die nötigen Reformen einzuleiten, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.

Wer wird Premier?

Wie bedeutend die Beziehung zum deutschen Nachbarn für Macron ist, zeigt auch eine seiner ersten Personalentscheidungen: Der bisherige französische Botschafter in Deutschland, der 61-jährige Philippe Etienne, wird diplomatischer Berater an der Seite des neuen Staatspräsidenten. Eine weitere höchst richtungsweisende Personalie steht dagegen noch aus: Nämlich die seines neues Premierministers. Dessen Namen will Macron noch vor seiner Berlin-Reise verkünden.

Ellis Fröder, ARD Paris, zum Antrittsbesuch Macrons
tagesschau 12:00 Uhr, 15.05.2017

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Mai 2017 um 06:00 Uhr.

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