Polizei patrouilliert um den Anschlagsort | Bildquelle: AFP

Nach Anschlag in London Polizei identifiziert Attentäter

Stand: 05.06.2017 19:59 Uhr

Die Polizei hat die Namen von zwei der drei Londoner Attentäter bekannt gegeben. Bei einer Mahnwache in der Stadt gedachten Tausende der Opfer des Anschlags vom Samstag. Dennoch geht der Wahlkampf weiter - mit dem Terror als bestimmendem Thema.

Zwei Tage nach dem Terroranschlag in London mit sieben Toten und zahlreichen Verletzten hat die britische Polizei zwei der drei mutmaßlichen Attentäter identifiziert. Einer von ihnen sei der 27-jährige Khuram B., ein in Pakistan geborener Brite. Er sei den Sicherheitsbehörden bekannt gewesen, es habe aber keine Hinweise auf Anschlagspläne gegeben. Bei dem zweiten Täter handele es sich um den 30 Jahre alten Rachid R., der sich als Marokkaner oder auch als Libyer ausgegeben habe, teilte die Polizei mit. Beide wohnten demnach im Ostlondoner Stadtteil Barking. Die Ermittlungen zu möglichen Helfern gehen der Polizei zufolge weiter.

Bisher seien zwölf Menschen im Zusammenhang mit dem Attentat vom Samstag festgenommen worden, sieben Frauen und fünf Männer. Je ein Mann und eine Frau seien wieder freigelassen worden. Zudem hätten Polizisten sechs Objekte durchsucht. Die Polizei rief die Bevölkerung dazu auf, sich mit Informationen zu den Verdächtigen an die Behörden zu wenden.

May kündigt neue Härte gegen Islamisten an
tagesschau 20:00 Uhr, Mareike Aden, ARD London

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Mahnwache im Potters Fields Park

Am Abend gedachten Tausende bei einer Mahnwache in der Stadt der Opfer des Anschlags. "Das ist unsere Stadt, das sind unsere Werte, und das ist unsere Lebensart", rief Bürgermeister Sadiq Khan der Menge in einem Park an der Themse unweit des Tatorts zu.

Mutige Londoner seien Verletzten selbstlos zur Hilfe gekommen - "ihr seid die Besten von uns", sagte Khan. Er kündigte an, dass der Terrorismus besiegt werden würde. An der Mahnwache mit einer Schweigeminute nahmen auch der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, sowie weitere Vertreter verschiedener Religionen teil.

Terror bestimmt den Wahlkampf

Trotz des Anschlags soll die geplante Unterhauswahl an diesem Donnerstag stattfinden. Premierministerin Theresa May nahm den für einen Tag unterbrochenen Wahlkampf wieder auf. "Das Leben unserer Demokratie muss weitergehen", sagte sie bei einer Wahlkampfrede in der britischen Hauptstadt. Und sie machte deutlich, dass sie sich für geeignet hält, die Briten durch diese schwierige Zeit zu führen. Es gehe darum, jemanden zu haben, der diese Aufgabe stemmen könne. Sie biete eine "starke und stabile Führung", und die sei heute "wichtiger denn je" - nicht nur mit Blick auf die Terrorbekämpfung, sondern auch bei den bevorstehenden Gesprächen zum geplanten EU-Austritt.

Theresa May | Bildquelle: AP
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"Das Leben muss weitergehen", sagte May.

Der Kampf gegen den Terror steht nun im Mittelpunkt der letzten Wahlkampftage. May stellte einen Vier-Punkte-Plan vor, der sich nicht nur gegen Terroristen, sondern gegen den radikalen Islamismus richtet. Es gebe "viel zuviel Toleranz für Extremismus in unserem Land", sagte sie. "Wir werden den Terroristen nicht erlauben, dass sie uns besiegen. Wir werden sie besiegen." May plant unter anderem eine schärfere Überwachung von Internet und Messengerdiensten sowie längere Haftstrafen. Zugleich verteidigte die Regierungschefin die "Shoot to Kill"-Taktik der Polizei, also gezielte Schüsse mit Tötungsabsicht auf Angreifer.

May erhofft sich bei der Unterhauswahl eine klare Mehrheit für die komplizierten EU-Austrittsverhandlungen. Doch je näher die Wahl rückt, desto kleiner wird laut vielen Umfragen der Vorsprung ihrer konservativen Tories. Unter anderem könnten May Entscheidungen aus ihrer Zeit als Innenministerin zum Verhängnis werden. Unter ihrer Führung waren Tausende Stellen bei den Sicherheitskräften abgebaut worden. Der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, verlangt nun deshalb ihren Rücktritt. "Wir können die Bevölkerung nicht billig beschützen", sagte er und forderte 10.000 neue Stellen. Die Regierungschefin hatte die Vorwürfe bereits mehrmals zurückgewiesen. Die Polizei sei gut für den Anti-Terror-Kampf gerüstet.

IS reklamiert Tat für sich

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" übernahm die Verantwortung für den Anschlag. Das teilte die auf die Beobachtung von Extremistenseiten spezialisierte Site Intelligence Group mit. Die Analysten beriefen sich auf das IS-Sprachrohr Amak, das im Internet ein entsprechendes Schreiben auf Arabisch veröffentlichte.

Bei der Attacke im Zentrum Londons waren am Samstagabend sieben Menschen getötet und fast 50 weitere verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Die drei Angreifer waren zunächst mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge auf der London Bridge gerast, anschließend stachen sie in einem nahe gelegenen Ausgehviertel wahllos auf Menschen ein. Binnen Minuten war die Polizei vor Ort und erschoss die Attentäter.

Dritter Anschlag in weniger als drei Monaten

Das Attentat von London war bereits der dritte Anschlag in Großbritannien in weniger als drei Monaten. Ende März hatte ein mutmaßlich islamistischer Attentäter im Zentrum Londons fünf Menschen getötet. Am 22. Mai riss ein Selbstmordattentäter bei einem Pop-Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester 22 Menschen mit in den Tod. Grande gedachte am Wochenende mit einem Benefizkonzert gemeinsam mit Kollegen wie Miley Cyrus und Justin Bieber sowie 50.000 Zuschauern der Opfer dieses Anschlags.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juni 2017 um 20:00 Uhr.

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