Schwer bewaffnete Polizisten stehan auf dem Bahnsteig in Parsons Green. | Bildquelle: dpa

Explosion in U-Bahn Panik und Verletzte in London

Stand: 15.09.2017 16:44 Uhr

Es scheint, als ob London einer neuen Terror-Katastrophe knapp entkommen ist: Bei einer Bombenexplosion in der U-Bahn wurden mindestens 22 Menschen verletzt, keiner von ihnen schwer. Die Ermittler gehen von einem Terrorakt aus.

Nach einer Bombenexplosion in einem voll besetzten U-Bahn-Zug in London ist die Zahl der Verletzten auf mindestens 22 gestiegen. Die meisten erlitten Verbrennungen und wurden ins Krankenhaus gebracht. Keines der Opfer ist nach Angaben des Rettungsdienstes schwer verletzt.

Die Polizei stufte den Vorfall als Terrorakt ein. Bei dem Sprengsatz handelte es sich laut dem Chef der Anti-Terror-Einheit, Mark Rowley, um eine improvisierte Vorrichtung. Hunderte Beamte seien damit beschäftigt, Videomaterial und andere Beweismittel auszuwerten. Bürgermeister Sadiq Khan sagte dem Radiosender LBC, die Fahndung laufe. Ob bereits konkrete Personen im Visier der Behörden sind, dürfe er aber nicht sagen. Der britische Sender Sky meldet, dass eine in den Vorfall verwickelte Person identifiziert worden sei.

Mareike Aden, ARD London, mit neuesten Informationen
tagesschau24 12:00 Uhr, 15.09.2017

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Lauter Knall und "Flammenwand"

Nach Augenzeugenberichten war es gegen halb neun Ortszeit, also mitten im morgendlichen Berufsverkehr, zu der Explosion gekommen. Passagiere sprachen von einem lauten Knall und einer "Flammenwand", die sich in dem Abteil ausgebreitet habe. Scotland Yard zufolge wurde die Explosion nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green durch eine selbstgebaute Bombe verursacht.

Auf Twitter verbreitete sich das Foto eines brennenden Eimers, aus dem Drähte hingen. Die BBC berichtet, die selbstgebaute Bombe sei möglicherweise per Zeitschaltuhr gezündet worden.

Andy Webb @andyjohnw
Work colleague was on district line train at Parsons Green when bag exploded #london https://t.co/1yXOsFVAJ1

Panik ausgebrochen

In der U-Bahn-Station brach Panik aus: Laut Augenzeugen rannten die Menschen nach unten auf die Straße. "Wir liefen die Treppen runter, und es hat sich angefühlt, als würden wir um unser Leben laufen", sagte ein Mann dem Sender BBC5. Eine Frau schilderte: "Nach einer Weile stapelten sich die Menschen übereinander, weil einige beim Laufen hingefallen waren."

Die Haltestelle wurde weiträumig abgesperrt. Auf Fernsehbildern war ein großes Aufgebot an Rettungskräften und bewaffneter Polizei zu sehen. Die Feuerwehr teilte mit, sie sei mit 50 Mann im Einsatz. Die Menschen wurden aufgerufen, die Umgebung zu meiden.

Inzwischen wurde der Verkehr der Linie auch zwischen den Haltestellen High Street Kensington und Edgware Road eingestellt. Dort reagiere die Polizei auf einen Vorfall, begründet der Betreiber per Twitter die Unterbrechung. Ob es einen Zusammenhang mit der Explosion gibt, ist unklar.

Viele Verletzte nach Explosion in Londoner U-Bahn
tagesschau 16:00 Uhr, 15.09.2017, Hanni Hüsch, ARD London

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May beruft Krisenstab ein

"Meine Gedanken sind bei den Verletzten von Parsons Green und den Rettungskräften, die erneut schnell und mutig auf einen mutmaßlichen terroristischen Vorfall reagieren", erklärte Premierministerin Theresa May. Sie berief den nationalen Krisenstab zu einer Sitzung ein.

Der britische Außenminister Boris Johnson rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren. Bürgermeister Khan erklärte, London werde sich niemals vom Terror besiegen lassen. An die Bürger appellierte er, ruhig und zugleich wachsam zu bleiben.

Sollte sich sicher bestätigen, dass es ein Anschlag war, wäre es bereits der vierte in diesem Jahr in der britischen Hauptstadt und der fünfte in Großbritannien.

"Bangen mit britischen Partnern"

Die Bundesregierung bekundete ihre "große Sorge". Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, sagte: "Wir bangen mit unseren britischen Partnern, mit den Familien und Angehörigen derjenigen, die da offenbar verletzt worden sind. In dieser schwierigen Situation stehen wir an der Seite unserer britischen Freunde."

US-Präsident Donald Trump verurteilte den Vorfall in London als Angriff eines "loser Terroristen". Solche Angreifer hätte Scotland Yard im Blick.

Die Londoner Polizei bezeichnete den Kommentar des US-Präsidenten als "nicht hilfreiche Spekulation". Nick Timothy, der frühere Stabschef von Premierministerin Theresa May, zeigte sich überzeugt, dass Trump nicht wisse, wovon er rede. Ob die Anmerkung des US-Präsidenten zutreffe oder nicht - sie sei "so wenig hilfreich" vom Präsidenten eines Landes, mit dem Großbritannien in der Geheimdienstarbeit kooperiere, schrieb Timothy auf Twitter. Es war zunächst völlig unklar, ob die britischen Behörden konkrete Hinweise darauf hatten, wer hinter der Detonation des Sprengsatzes steckte und ob ihnen der oder die möglichen Täter tatsächlich bereits im Vorfeld bekannt waren. Träfe dies zu, dann hätte Trump die brisante Information preisgegeben, bevor die britischen Behörden damit an die Öffentlichkeit gingen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. September 2017 um 12:00 Uhr.

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