Blumen auf der London Bridge | Bildquelle: AFP

Terroranschlag in London Attentäter wollten Lkw statt Kleinlaster

Stand: 10.06.2017 08:37 Uhr

Die Angreifer des jüngsten Terroranschlags in London hatten offenbar noch perfidere Pläne: Laut Erkenntnissen der Polizei wollten sie einen großen Lkw für ihre Tat mieten. Sie scheiterten aber an der Buchung. Damit wurde wohl noch Schlimmeres verhindert.

Der jüngste Terroranschlag im Herzen Londons sollte anscheinend mit einem großen Lkw statt mit einem Lieferwagen verübt werden.

Bei der versuchten Online-Anmietung des 7,5-Tonners seien die Attentäter aber an der Zahlungsabwicklung gescheitert, teilte Scotland Yard in London mit. Nach der missglückten Internetbuchung mieteten die drei Attentäter den Angaben zufolge den kleineren Transporter an - diesmal per Handy.

Mit diesem fuhren sie dann am Abend des 3. Juni mehrmals über die London Bridge, machten schließlich noch einmal an ihrem Ende kehrt und fuhren zurück auf die Brücke. Dort raste der Transporter dann auf den Gehweg und rammte mehrere Passanten. Anschließend attackierten sie mit Messern wahllos Menschen am nahegelegenen Borough Market.

Auf der London Bridge kamen drei Menschen ums Leben, darunter einer, der in die Themse geworfen wurde. Am Borough Market starben fünf Menschen. Wenige Minuten später wurden die Angreifer Rachid Redouane, Khuram Shazad Butt und Joussef Zaghba von Polizisten erschossen.

13 Molotow-Cocktails im Laderaum

Im Laderaum des Lieferwagens wurden den Ermittlern zufolge zwei Lötlampen und 13 mit einer wohl brennbaren Flüssigkeit gefüllte Flaschen gefunden, bei denen es sich dem Anschein nach um Molotow-Cocktails handelte. Unklar ist, was genau die Attentäter mit den mutmaßlichen Brandbomben vorhatten.

Außerdem wurden im Transporter Bürostühle und andere Dinge gefunden, die vorgaukeln sollten, dass der Lieferwagen für einen harmlosen Umzug genutzt werde, vermutet die Polizei.

Keramikmesser | Bildquelle: dpa
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Scotland Yard ist auf der Suche nach der Herkunft dieses 30-Zentimeter langen Messer mit pink-farbiger Schneiden.

Der Innenraum des Transporters | Bildquelle: AP
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Bürostühle und weitere harmlose Gegenstände wurden im Laderaum des Vans gefunden.

Drei pinke Keramikmesser im Fokus

Im Fokus der Ermittler stehen drei Keramikmesser mit pink-farbigen Schneiden und mit Klebeband umwickelten Griffen, die bei der Attacke eingesetzt wurden. Der Chef der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard, Dean Haydon, richtete einen öffentlichen Appell an mögliche Zeugen: "Wir arbeiten rund um die Uhr um zu verstehen, was diese Männer vor dem Anschlag getan haben, aber wir müssen mehr über diese ungewöhnlichen Messer erfahren." Wo die Waffen herkommen und wo sie verkauft wurden, könne zu einer heißen Spur führen.

Im Nachgang des Anschlags wurden laut Scotland Yard bislang 262 Menschen aus 19 Ländern vernommen. Es habe 20 Festnahmen gegeben, die bislang letzte erst am heutigen Samstagmorgen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. Juni 2017 um 07:03 Uhr

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