Kämpfe in Bengasi Libysche Armee erfolgreich gegen Islamisten

Stand: 24.02.2016 03:27 Uhr

Im libyschen Bengasi haben regierungstreue Soldaten offenbar islamistische Kämpfer aus zwei wichtigen Stadtbezirken vertrieben. Politisch steckt das Land dagegen weiter fest: Eine Abstimmung über die neue Einheitsregierung wurde verschoben.

Soldaten der international anerkannten Regierung Libyens haben in Bengasi offenbar große Erfolge gegen islamistische Kämpfer erzielt. Der Stadtbezirk Lithi, der in Anspielung auf die Taliban in Afghanistan auch als "Kandahar von Bengasi" bezeichnet wurde, sei "vollständig befreit" worden, teilte ein Sprecher mit. Dort hatten zuvor Kämpfer der IS-Terrormiliz sowie der Gruppe Ansar al-Scharia, die dem Al-Kaida-Netzwerk nahesteht, die Kontrolle ausgeübt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll auch der Bezirk Boatni von regierungstreuen Truppen eingenommen worden sein. Bei den Kämpfen seien nach Angaben lokaler Rettungskräfte mindestens 20 Menschen getötet worden.

Angeführt werden die Soldaten von General Khalifa Haftar. Er begrüßte die Erfolge in einem Video und äußerte die Hoffnung auf einen "abschließenden Sieg im ganzen Land". Einzelne noch verbliebene Islamisten in der zweitgrößten libyschen Stadt würden nun nach und nach ausgeschaltet.

Die rivalisierende Gegenregierung in Tripolis, welche die teils islamistischen Milizen in Bengasi unterstützt hatte, verurteilte den Vormarsch Haftars. Dieser könne "die Bemühungen um eine friedliche Lösung der politischen Krise" zum Erliegen bringen.

Die Kämpfe hinterließen weitere Verwüstungen in Bengasi | Bildquelle: REUTERS
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Die Kämpfe hinterließen weitere Verwüstungen in Bengasi ...

Diese Männer unterstützen die international anerkannte Regierung Libyens. | Bildquelle: AFP
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... der Jubel bei den regierungstreuen Kämpfern war dennoch groß.

Abstimmung über Einheitsregierung verschoben

Unterdessen scheiterte ein weiterer Versuch, eine Vertrauensabstimmung des Parlaments im ostlibyschen Tobruk für die neue Regierung der nationalen Einheit zu organisieren. Da die erforderliche Zahl von 89 Abgeordneten nicht erreicht wurde, wurde die Abstimmung auf die kommende Woche verschoben.

Nach langem Tauziehen war in der vergangenen Woche eine neue Einheitsregierung vorgestellt worden. Die UN hatten zwischen den Konfliktparteien vermittelt.

IS nutzt Chaos in Libyen

Libyen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von konkurrierenden Milizen beherrscht. Sie ringen neben zwei rivalisierenden Regierungen und Parlamenten in Tobruk und Tripolis um die Macht. Der IS nutzte die Lage, um sich in dem nordafrikanischen Land auszubreiten. Sie weitet ihr Einflussgebiet seit Monaten entlang der Küste bei der Stadt Sirte aus.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Februar 2016 um 09:00 Uhr.

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