Halbautomatische Waffen in einem Geschäft in den USA | Bildquelle: AFP

Debatte über US-Waffengesetz Waffen ja - Bump Stocks nein?

Stand: 06.10.2017 11:42 Uhr

Bump Stocks - so heißen die Vorrichtungen, die halbautomatische Waffen dauerfeuerfähig machen. Auch der Schütze von Las Vegas benutzte solche Geräte. Nun wird in den USA über ein Verbot diskutiert. Sogar die Waffenlobby NRA zeigte sich gesprächsbereit.

Nach dem Attentat von Las Vegas kommt Bewegung in die Debatte um eine leichte Verschärfung des US-Waffenrechts. Das Weiße Haus und Vertreter der konservativen Republikaner zeigten sich offen für ein Verbot von Vorrichtungen, mit denen halbautomatische in vollautomatische Waffen umgerüstet werden können - sogenannte Bumb Stocks.

Bump Stocks erhöhen die Schussfrequenz von halbautomatischen Waffen - so kann der Schütze erheblich mehr Schüsse abgeben. Der Attentäter Stephen Paddock hatte am Sonntagabend tausende Schüsse in die Zuschauermenge abgefeuert und dabei 58 Menschen getötet und fast 500 weitere verletzt. Rund ein Dutzend seiner Gewehre waren mit einem Bump Stock ausgerüstet. Den Ermittlern zufolge feuerte er teilweise 90 Schüsse binnen zehn Sekunden von seinem Zimmer im Hotel "Mandalay Bay" ab.

Republikaner offen für Gespräche

"Niemand sollte eine Vorrichtung besitzen, die ein halbautomatisches Gewehr in so etwas wie ein Maschinengewehr umwandelt", sagte der demokratische Abgeordnete David Cicilline und reichte einen Gesetzesantrag für ein Verbot von Bump Stocks ein.

Die Republikaner, die in der Regel strikt gegen eine Verschärfung des Waffenrechts sind, zeigten sich offen für Gespräche. "Das ist eindeutig eine Sache, mit der wir uns befassen müssen", sagte der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. Auch US-Präsident Donald Trump zeigte sich aufgeschlossen. Ein Verbot werde in Kürze geprüft.

Diskussion über strengere US-Waffengesetze
tagesschau 20:00 Uhr, 06.10.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Sogar NRA offen für strengere Regeln

Sogar die mächtige Waffenlobby NRA deutete nun Gesprächsbereitschaft an. Sie teilte in einer Erklärung mit, der Gesetzgeber solle die Dauerfeuer-Vorrichtungen überprüfen und strenger regulieren. Die US-Behörden müssten "sofort" überprüfen, ob die Vorrichtungen "dem Bundesgesetz entsprechen". Üblicherweise lehnt die NRA jede Art von Restriktionen vehement ab.

Grundsätzlichen Änderungen des Waffenrechts erteilten die Lobbyisten allerdings eine Absage. "Gesetzestreuen Amerikanern auf Grundlage eines Verbrechens durch einen Verrückten die Waffen zu verbieten, wird nicht dazu beitragen, zukünftige Angriffe zu verhindern", hieß es in der Erklärung.

Weitere Taten geplant?

Unterdessen wurden weitere Details zum Schützen bekannt. So soll Paddock Ermittlern zufolge vor der Tat bereits Zimmer in hochgeschossigen Gebäuden mit Blick auf zwei weitere Musikfestivals gebucht haben. Demnach hatte er Anfang August ein Zimmer im 21-geschossigen "Blackstone Hotel" von Chicago reserviert, das einen Blick auf den Park bot, wo das Musikfestival "Lollapalooza" veranstaltet wurde. Es gebe allerdings keine Beweise dafür, dass der 64-Jährige an dem Wochenende auch tatsächlich in Chicago war.

Zudem buchte Paddock über Airbnb am Wochenende vor dem Angriff in Las Vegas eine Wohnung in einem 21-stöckigen Gebäude, in die er auch eincheckte. Von der Wohnung aus hatte er einen Blick auf das Musikfestival "Life is Beautiful", wie Sheriff Joseph Lombardo sagte. Die Buchungen könnten nach Ansicht der Ermittler bedeuten, dass Paddock über Angriffe an beiden Orten nachdachte.

Eine Dauerfeuer-Vorrichtung | Bildquelle: AFP
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Bump Stocks erhöhen die Schussfrequenz von halbautomatischen Waffen. Der Attentäter von Las Vegas hatte rund ein Dutzend seiner Gewehre mit einem Bump Stock ausgerüstet. Er soll damit teilweise 90 Schüsse binnen zehn Sekunden abgefeuert haben.

Indizien für Bombenanschag?

Die Ermittler untersuchen zudem, ob Paddock eine Autobombe zünden wollte, erklärte ein mit den Ermittlungen vertrauter Regierungsmitarbeiter. Er betonte jedoch, dass die Ermittlungen dazu noch am Anfangen stünden und es noch keine handfesten Beweise dafür gebe. Im Auto des Attentäters waren mehrere Kilo explosives Material und Munition gefunden worden.

Die Polizei vernahm die von den Philippinen in die USA zurückgekehrte Freundin des Attentäters. Die Frau erklärte, sie habe von einem Plan für ein Verbrechen nichts gewusst. Die Befragung habe bislang keine wesentlichen Erkenntnisse gebracht, so die Polizei. Das Motiv des Attentäters liege weiter im Dunkeln.

Notiz im Hotelzimmer gefunden

Polizisten fanden bei der Durchsuchung des Hotelzimmers einen Zettel mit einer Notiz des Attentäters. Über den Inhalt machten die Ermittler keine Angaben, es habe sich jedoch nicht um einen Abschiedsbrief gehandelt. Sheriff Lombardo geht inzwischen auch davon aus, dass dem Mann bei der minutiösen Vorbereitung der Tat geholfen worden sein muss. "Man muss annehmen, dass er an irgendeinem Punkt Hilfe gehabt hat", sagte er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Oktober 2017 um 5:30 Uhr.

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