Kreuze aufgestellt in Las Vegas in Gedenken an die 58 Toten durch das Attentat während eines Country-Festivals | Bildquelle: REUTERS

Angriff in Las Vegas Indizien für einen Bombenanschlag

Stand: 06.10.2017 04:12 Uhr

Das Motiv des Attentäters von Las Vegas liegt im Dunkeln. Auch die Befragung seiner Freundin brachte keine wesentlichen Ergebnisse. Nun geht die Polizei Hinweisen nach, denen zufolge er auch eine Autobombe zünden wollte.

US-Ermittler überprüfen, ob der Todesschütze von Las Vegas weitere Attacken geplant hatte. Es werde auch untersucht, ob er eine Autobombe zünden wollte, erklärte ein mit den Ermittlungen vertrauter Regierungsmitarbeiter. Er betonte jedoch, dass die Ermittlungen dazu noch am Anfangen stünden und es noch keine handfesten Beweise dafür gebe.

Im Auto des Attentäters waren mehrere Kilo explosives Material und Munition gefunden worden. Der 64-Jährige hatte am Sonntagabend (Ortszeit) das Feuer auf ein Konzert in Las Vegas eröffnet. 58 Menschen wurden getötet, Hunderte wurden verletzt. Der Attentäter erschoss sich selbst.

Weitere Hotelzimmer gebucht

Sheriff Joseph Lombardo sagte, er nehme an, dass der Schütze eigentlich einen Fluchtplan hatte. Ermittler untersuchten zudem, ob der Angreifer Attentate auf weiteren Musikfestivals plante. Er habe Hotelzimmer gebucht gehabt, von welchen aus er Blick auf das Festival Lollapalooza im August in Chicago und das "Life is Beautiful"-Konzert im September in Las Vegas hatte, wie die Behörden mitteilten.

Die Polizei vernahm unterdessen die von den Philippinen in die USA zurückgekehrten Freundin des Attentäters. Die Frau gab der Polizei zufolge an, sie habe von einem Plan für ein Verbrechen nichts gewusst. Die Befragung brachte zunächst keine wesentlichen Erkenntnisse. Das Motiv liegt weiter im Dunkeln.

Notiz des Attentäters

Polizisten fanden bei der Durchsuchung des Zimmers im 32. Stock des Mandalay Bay Resort Hotels am berühmten Strip von Las Vegas einen Zettel mit einer Notiz des Attentäters. Über den Inhalt wurde zunächst nichts bekannt, es habe sich jedoch nicht um einen Abschiedsbrief gehandelt.

Sheriff Lombardo geht inzwischen auch davon aus, dass der Mann bei der minutiösen Vorbereitung der Tat unterstützt wurde. "Man muss annehmen, dass er an irgendeinem Punkt Hilfe gehabt hat", sagte er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Oktober 2017 um 10:42 Uhr.

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