Eine Dauerfeuer-Vorrichtung | Bildquelle: AFP

Nach Las-Vegas-Attentat Kommt Verbot von Dauerfeuer-Vorrichtungen?

Stand: 06.10.2017 03:30 Uhr

Bump Stock - so heißt die Vorrichtung, die halbautomatische Waffen dauerfeuerfähig macht. Auch der Schütze von Las Vegas benutzte solch ein Gerät. Nun wird in den USA über ein Verbot diskutiert. Sogar die Waffenlobby NRA zeigte sich gesprächsbereit.

Nach dem Massaker von Las Vegas ist in den USA eine Diskussion über ein Verbot von den vom Schützen verwendeten Dauerfeuer-Vorrichtungen - sogenannten Bump Stocks - entbrannt. Sowohl die republikanische Parteiführung als auch das Weiße Haus zeigten sich bereit, über die Legalität der Vorrichtung zu sprechen.

Bump Stocks erhöhen die Schussfrequenz von halbautomatischen Waffen - so kann der Schütze erheblich mehr Schüsse abgeben. Sogar die Waffenorganisation NRA deutete nun Gesprächsbereitschaft an. Sie teilte in einer Erklärung mit, der Gesetzgeber solle die Dauerfeuer-Vorrichtungen überprüfen und strenger regulieren.

Keine grundsätzlichen Änderungen

Der republikanische Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, sagte dem Sender MSNBC er sei offen für ein Verbot. "Das ist definitiv etwas, das wir prüfen sollten." Auch US-Präsident Donald Trump zeigte sich aufgeschlossen. Ein Verbot werde in Kürze geprüft.

In derselben Mitteilung der NRA, der ersten nach der Tat von Las Vegas, erteilten die Lobbyisten allerdings grundsätzlichen Änderungen des Waffenrechts eine Absage. "Gesetzestreuen Amerikanern auf Grundlage eines Verbrechens durch einen Verrückten die Waffen zu verbieten, wird nicht dazu beitragen, zukünftige Angriffe zu verhindern", hieß es in der Erklärung. Somit könnte in der Diskussion über ein härteres Waffenrecht in den USA ein Verbot der Umbauvorrichtung zu einer Art Feigenblatt werden.

Weitere Taten geplant?

Unterdessen wurden weitere Details zum Schützen Stephen Paddock bekannt. So soll er Ermittlern zufolge vor der Tat bereits Zimmer in hochgeschössigen Gebäuden mit Blick auf zwei weitere Musikfestivals gebucht haben. Demnach hatte Paddock Anfang August ein Zimmer im 21-geschossigen Blackstone Hotel von Chicago reserviert, das auf den Park blickte, wo das Musikfestival Lollapalooza veranstaltet wurde. Es gebe allerdings keine Beweise dafür, dass der 64-Jährige an dem Wochenende auch tatsächlich in Chicago war.

Zudem buchte Paddock über Airbnb am Wochenende vor dem Angriff in Las Vegas eine Wohnung in einem 21-stöckigen Gebäude, in die er auch eincheckte. Von der Wohnung aus hatte er einen Blick auf das Musikfestival Life is Beautiful, wie Sheriff Joseph Lombardo sagte. Was Paddock dort machte, konnte Lombardo nicht sagen.

Die Buchungen könnten nach Ansicht der Ermittler bedeuten, dass Paddock über Angriffe an beiden Orten nachdachte.

Notiz im Hotelzimmer gefunden

Auf die Frage, weshalb Paddock vom 32. Stockwerk des Hotels und Kasinos Mandalay Bay das Feuer auf das Freiluft-Countrymusikfestival eröffnet hatte, konnten FBI und Polizei weiter keine Antwort geben. Er tötete 58 Menschen und verletzte knapp 500 weitere, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Bei der Durchsuchung des Hotelzimmers fanden Polizisten einen Zettel mit einer Notiz des Attentäters. Über den Inhalt machten die Ermittler keine Angaben, es habe sich jedoch nicht um einen Abschiedsbrief gehandelt. Lombardo geht inzwischen auch davon aus, dass dem Mann bei der minutiösen Vorbereitung der Tat geholfen worden sein muss. "Man muss annehmen, dass er an irgendeinem Punkt Hilfe gehabt hat", sagte der Bezirkssheriff.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Oktober 2017 um 5:30 Uhr.

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