IWF-Chefin Lagarde | Bildquelle: dpa

Prozess in Paris Staatsanwalt für Lagarde-Freispruch

Stand: 15.12.2016 18:15 Uhr

In den Augen der Staatsanwaltschaft haben sich die Vorwürfe gegen IWF-Chefin Lagarde nicht erhärtet. Die Anklage sprach sich deshalb gegen eine Verurteilung der ehemaligen französischen Finanzministerin aus. Ihr wird Fahrlässigkeit vorgeworfen.

Im Prozess gegen Christine Lagarde hat sich die Staatsanwaltschaft gegen eine Verurteilung ausgesprochen. Die Verhandlung habe Vorwürfe gegen die frühere französische Finanzministerin nicht gestützt, erklärte Staatsanwalt Jean-Claude Marin in Paris. Die Behörde hatte sich bereits im vergangenen Jahr gegen einen Prozess gegen Lagarde ausgesprochen, die Untersuchungskommission des Gerichts hatte sich aber darüber hinweggesetzt.

Ob die Richter der Einschätzung der Anklage folgen, ist noch unklar. Der Prozess findet vor einem Sonder-Gerichtshof für Vergehen von Regierungschefs oder Ministern statt, die diese in Ausübung ihres Amtes begangen haben.

Lagarde, die inzwischen den Internationalen Währungsfonds leitet, hatte den Vorwurf der Nachlässigkeit zum Prozessauftakt zurückgewiesen. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu ein Jahr Haft und 15.000 Euro Strafe. Das Urteil wird am 20. Dezember erwartet.

Entschädigung für Tapie

Lagarde wird vorgeworfen, in ihrer Zeit als französische Ministerin durch fahrlässiges Handeln eine Veruntreuung öffentlicher Gelder ermöglicht zu haben. Sie hatte grünes Licht für ein Schiedsverfahren gegeben, das dem Geschäftsmann Bernard Tapie 2008 mehr als 400 Millionen Euro Entschädigung zusprach. Inzwischen ermittelt die Justiz wegen Betrugsverdachts gegen mehrere Beteiligte. Der Schiedsspruch wurde gerichtlich aufgehoben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Dezember 2016 um 23:00 Uhr.

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