Panda schaut in die Kamera | Bildquelle: picture alliance / Paul Zinken/d

Dokumente veröffentlicht Thatcher verweigerte Panda den Mitflug

Stand: 29.12.2017 17:00 Uhr

1981 flog die damalige britische Premierministerin Thatcher in die USA. Der Londoner Zoo bat sie, einen Pandabären für ein Zuchtprogramm "hinten in ihrer Concorde" mitzunehmen. Ihre jahrzehntelang geheime Antwort wurde nun veröffentlicht.

Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher hat Anfang der 1980er-Jahre einem Pandabären den Mitflug in ihrer Concorde verweigert. Aus nun frei gegebenen Regierungsdokumenten ist zu ersehen, dass der Londoner Zoo-Direktor Solly Zuckerman die als "Eiserne Lady" bekannt gewordene Politikerin 1981 darum bat, einen Panda in ihrer Maschine mit nach Washington zu nehmen. Um das männliche Exemplar der seltenen Tierart hatte die dortige Forschunseinrichtung Smithsonian Institution im Rahmen eines Zuchtprogramms gebeten. Er sollte mit einer Pandabärin, die den USA von China geschenkt worden war, Nachwuchs zeugen.

US-Präsident Ronald Reagan sitzt mit der britischen Premierminister Margaret Thatcher beim Gespräch im Oval Office | Bildquelle: picture alliance / dpa
galerie

Beim Gespräch zwischen US-Präsident Ronald Reagan und der britischen Premierministerin Margaret Thatcher im Weißen Haus spielte die Panda-Episode im Vorfeld keine Rolle.

Panda "hinten" in der Concorde mitnehmen

Zuckerman hoffte auf eine öffentlichkeitswirksame Aktion mit Unterstützung Thatchers. Er versuchte, sie damit zu überzeugen, dass dieser Schritt den amerikanisch-britischen Beziehungen helfen könne. Zuckerman habe vorgeschlagen, dass Thatcher doch den Panda "hinten" in ihrer Concorde mitnehmen könne - als Zeichen für die "besonderen Beziehungen" zwischen den USA und Großbritannien, hielt der britische Kabinettssekretär Robert Armstrong damals in seinen schriftlichen Aufzeichnungen fest.

Doch Thatcher, die im Januar 1981 zu ihrem Antrittsbesuch beim neu gewählten Präsidenten Ronald Reagan in die USA flog, lehnte entschieden ab, wie aus den nun vom britischen Nationalarchiv veröffentlichten Dokumenten hervorgeht. "Pandas und Politiker sind keine guten Vorzeichen", antwortete Thatcher. "Lord Z. weiß mehr über Pandas als ich - ich bin sicher, er kann diese Dinge regeln", kommentierte sie das Ansinnen in einer handschriftlichen Notiz. Ihr Privatsekretär unterrichtete Zuckerman schließlich über die Absage.

bilder

Keine Chance für "Panda-Diplomatie"

Auch ein Jahr später blieb Thatcher in Sachen "Panda-Diplomatie" hart. Zuckermann bat sie damals, sich auf ihrer China-Reise einen Panda für den Zoo schenken zu lassen. "Die Bilanz von Pandas als Geschenk ist unglücklich", antwortete sie schroff. Den Historikern des Staatsarchivs National Archives zufolge könnte sich Thatcher gesorgt haben, die unbeständige Fruchtbarkeit der Tiere würde als Symbol für ihre politische Durchsetzungskraft gedeutet werden.

Darstellung: