Kushner und Trump in Saudi-Arabien | Bildquelle: REUTERS

Russland-Ermittlungen FBI überprüft auch Kushner

Stand: 26.05.2017 03:15 Uhr

Jared Kushner gilt als Trumps einflussreichster Berater. Nun ist auch er offenbar in den Fokus des FBI gerückt. Die Bundespolizei überprüfe seine Russland-Kontakte, berichten US-Medien. Eines Verbrechens werde er aber nicht beschuldigt.

In der Russland-Affäre nimmt das FBI nach US-Medienberichten nun auch den Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, ins Visier. Die "Washington Post" und "NBC" berichten übereinstimmend unter Berufung aus Ermittlerkreise, dass die Bundespolizei Kushner überprüfe. Dies bedeutete aber nicht, dass sie ihn eines Verbrechens beschuldigten oder beabsichtigten, ihn zu belangen. Die Überprüfung Kushners unterscheide sich von den Fällen Manafort und Flynn, hieß es.

Laut "Washington Post" interessiert sich das FBI vor allem für einige Treffen Kushners mit dem russischen Botschafter und einem Moskauer Bankier. Die Gespräche sollen im Dezember 2016 - also nach dem Wahlsieg Trumps - stattgefunden haben.

Untersuchungen erreichen Trumps engstes Umfeld

Damit haben die Untersuchungen nicht nur das Weiße Haus, sondern auch Trumps engstes Umfeld erreicht. Kushner - verheiratet mit Trump-Tochter Ivanka - gilt im Weißen Haus als mächtiger Mann im Hintergrund. Er ist unter anderem mit dem Friedensprozess in Nahost, den Beziehungen zu China und einer Strafrechtsreform betraut. Aktuell begleitet er Trump auf dessen erster Auslandsreise.

Nach geheimdienstlichen Erkenntnissen versuchte Russland, die US-Präsidentenwahl zu Trumps Gunsten zu beeinflussen. In der FBI-Untersuchung und bei Ermittlungen von Kongressausschüssen geht es hauptsächlich um die Frage, ob es Absprachen zwischen Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam und Moskau gab. Das Justizministerium setzte vergangene Woche einen Sonderermittler ein, der die Untersuchungen leiten soll. Die Verbindungen zwischen Kushner und dem russischen Botschafter Sergej Kusljak sowie dem Chef der staatlichen russischen Wnescheconombank (VEB) waren auch Thema im Geheimdienstausschuss des US-Senats.

Trump steht seit Monaten wegen angeblicher Kontakte seines Teams zur russischen Regierung unter Druck. Er und seine Berater haben die Anschuldigen wiederholt dementiert, ebenso die russische Regierung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Mai 2017 um 9:00 Uhr.

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