Soldaten aus Nicaragua an der Grenze zu Coasta Rica - sie versuchen kubanische Flüchtlinge an der unkontrollierten Weiterreise zu hindern. | Bildquelle: REUTERS

Wunschziel USA Streit über kubanische Flüchtlinge

Stand: 16.11.2015 09:57 Uhr

Tausende Kubaner machen sich in diesen Monaten auf den Weg. Ihr Wunschziel: Die USA. Hier wollen sie noch schnell politisches Asyl. An der Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua wurden viele ohne Ausweis-Kontrollen durchgelassen - sehr zum Ärger Nicaraguas.

Das Ende der Eiszeit zwischen den USA und Kuba führt in Mittelamerika zur Flucht. Warum? Tausende Kubaner sehen in der Situation ihre letzte Chance, die Gelegenheit, auf den letzten Metern politisches Asyl in den Vereinigten Staaten zu erhalten. Bislang haben in diesem Jahr schon fünfmal mehr Kubaner den Weg in die USA gesucht, als sonst im ganzen Jahr.

Doch der Zug der Kubaner sorgt für Streit. Auf ihrem Weg müssen sie nämlich Costa Rica und Nicaragua durchqueren. Und an der Grenze wurden am Wochenende offenbar mehr als tausend Menschen ohne Kontrolle ihrer Papiere durchgewunken. Nicaragua ist verärgert. Die Regierung beschuldigt Costa Rica, eine "humanitäre Katastrophe" auszulösen.

Nicaragua weist Flüchtlinge ab

Die Konsequenz: Nicaragua schickte mehr als tausend Menschen wieder zurück. Augenzeugen berichten, die Polizei habe Gewalt angewendet und Tränengas eingesetzt.

Kubaner versuchen, über die Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua Richtung USA weiter zu reisen. | Bildquelle: REUTERS
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Kubaner versuchen, über die Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua Richtung USA weiter zu reisen.

Die USA sind das Ziel der Wahl für zahlreiche Kubaner. Im Dezember vergangenen Jahres hatte US-Präsident Barack Obama überraschend eine Wiederannäherung an Kuba verkündet. Seit Juli dieses Jahres haben beide Länder wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen. Bislang konnten Menschen aus Kuba politisches Asyl in den USA suchen. Viele befürchten, dass das nach der Annäherung bald nicht mehr möglich ist.

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