Kubaner verabschieden Fidel Castro | Bildquelle: dpa

Trauerfeier für Fidel Castro Abschied mit Treueschwur

Stand: 04.12.2016 10:24 Uhr

Zehntausende Menschen haben in Santiago de Cuba Abschied vom kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro genommen. Das Erbe seines Bruders werde er fortführen, versprach Präsident Raúl Castro. Einen Personenkult um den "Maximo Lider" soll es aber nicht geben.

Nach einer Reise von rund 1000 Kilometern über die ganze Karibikinsel ist die Urne des Ex-Präsidenten angekommen - in Santiago de Kuba, der "Wiege der kubanischen Revolution", soll Fidel Castro beigesetzt werden. Zehntausende Menschen nahmen an der Abschlusszeremonie der neuntägigen Staatstrauer teil. Auf dem Platz Antonio Maceo schwenkten sie bei einer Massenkundgebung kubanische Flaggen und skandierten "Ich bin Fidel, ich bin Fidel".

Auch wenn sie diesmal nicht das Wort ergriffen, kamen die engsten Verbündeten Kubas wie der venezolanische Präsident Nicolás Maduro, der bolivianische Staatschef Evo Morales und der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega nach der offiziellen Trauerfeier am Dienstag in Havanna auch wieder nach Santiago de Cuba. Die brasilianischen Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und Dilma Rousseff sowie die Fußballlegende Diego Maradona erwiesen Castro ebenfalls die letzte Ehre.

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Abschied von Fidel Castro

Staatstrauer um Fidel Castro

Nach dem Tod des Revolutionsführers Fidel Castro am 25. November nehmen die Kubaner Abschied. Eine Woche lang herrscht Staatstrauer in Kuba. Zum Auftakt mehrtägiger Trauerfeierlichkeiten zogen die Menschen zur Gedenkstätte für den Nationalhelden José Martí in Havanna, um Castro dort die letzte Ehre zu erweisen. | Bildquelle: dpa

Personenkult um Castro soll es nicht geben

Staatschef Raúl Castro versprach, das Erbe seines Bruders fortzuführen. "Wir schwören, das Vaterland und den Sozialismus zu verteidigen." Es sollen in Kuba jedoch keine Denkmäler an den Verstorbenen erinnern. Er habe explizit angeordnet, dass weder Monumente für ihn gebaut noch Straßen oder Institutionen nach ihm benannt werden sollen, sagte Raúl Castro. "Der Revolutionsführer hat jeden Personenkult abgelehnt und war darin bis in seine letzte Lebensstunde konsequent." Kubas Parlament werde sich bei seiner nächsten Sitzung um ein entsprechendes Gesetz kümmern, damit Fidel Castros "letzter Wunsch erfüllt wird", versprach der Staatschef.

Tatsächlich wurde Castro bereits zu Lebenszeiten in Kuba verehrt. In den Schulen werden seine Ideen gelehrt, viele seiner Sprüche gehören in Kuba zum Allgemeingut. In zahlreichen öffentlichen Gebäuden hängen Fotos von ihm.

Verehrt und gehasst

Der frühere Präsident war am 25. November im Alter von 90 Jahren gestorben. 47 Jahre lang hatte er Kuba regiert. Dabei war er äußerst umstritten. Für die einen war er ein Held, der Kuba befreit und viel sozialen Fortschritt gebracht hat. Für die anderen ein brutaler Gewaltherrscher, der Andersdenkende unterdrückte und den Kubanern ihre demokratischen Grundrechte verweigerte.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Dezember 2016 um 14:00 Uhr.

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