Oppositionsführer Karamarko | Bildquelle: dpa

Parlamentswahl in Kroatien Ein Sieger ohne Mehrheit

Stand: 09.11.2015 12:03 Uhr

Nach Auszählung fast aller Stimmen liegen in Kroatien die Konservativen vorn. Für die absolute Mehrheit reicht es aber nicht. Darum ist Parteichef Karamarko nun auf die Hilfe eines Newcomers angewiesen - doch der ziert sich.

Von Stephan Ozsváth, ARD-Hörfunkstudio Südosteuropa

Nach der Parlamentswahl in Kroatien gibt es in dem jüngsten EU-Mitgliedsland ein politisches Patt. Die konservative Oppositionspartei HDZ um den früheren Geheimdienstchef Tomislav Karamarko erzielte laut Wahlkomission 59 Mandate, die regierenden Sozialdemokraten nach Auszählung fast aller Stimmen 56 Sitze. Für eine absolute Mehrheit reicht es für keinen von beiden, dafür wären 76 Mandate nötig.

"Das Vertrauen der Bürger in traditionelle politische Parteien sinkt", sagt der kroatische Publizist Drazen Curic. "Man sucht nach einer neuen Option. Und wenn sich bei den großen Parteien nicht schnell etwas ändert, dann folgt auch hier das sogenannte slowenische Syndrom. Da haben bei den letzten drei Wahlen Parteien gewonnen, die erst kurz vorher gegründet worden waren."

Hohe Verluste für Sozialdemokratie in Kroatien
tagesthemen 22:45 Uhr, 08.11.2015, Till Rüger, ARD Wien

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Die Königsmacher verlangen Reformen

Eine relativ junge Partei ist Most, auf Deutsch: die Brücke. Das lokale Bündnis um den dalmatinischen Lokalpolitiker Bozo Petrov gibt es seit knapp drei Jahren. Aus dem Stand errang Most 19 Mandate. Die Partei tritt unter anderem für eine schlanke Verwaltung und Parteiferne in staatlichen Unternehmen ein.

Der Zagreber Politologe Nenad Zakosek sieht erhebliches Potential in der Partei, die nun zum Königsmacher wird: "Wenn Most einheitlich auftritt, dann hat die Partei eine Perspektive und könnte eine bedeutende politische Kraft werden, die neue Inhalte, Programme und Forderungen nach Kroatien bringen kann."

Die Most-Politiker wissen um ihre Macht bei der Regierungsbildung. Parteichef Petrov treibt nun den Preis in die Höhe. Eine Koalition lehnt er ab, stattdessen will er höchstens eine Minderheitsregierung tolerieren - allerdings nur gegen tiefgreifende Reformen.

"Außer Most sind alle anderen eigentlich Verlierer dieser Wahlen", sagt der Politologe Zakosek.

Politisches Patt nach Parlamentswahl in Kroatien
Stephan Ozsváth, ARD-Hörfunkstudio Wien
09.11.2015 14:09 Uhr

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