Parlamentswahl in Kroatien Abstimmung im Zeichen der Flüchtlingskrise

Stand: 08.11.2015 19:17 Uhr

Bei den Parlamentswahlen in Kroatien zeichnet sich ein deutliches Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Nachwahlbefragungen des kroatischen Staatsfernsehens zufolge gewann die konservative HDZ 56 Sitze im Parlament. Ebenfalls 56 Sitze bekämen demnach die regierenden Sozialdemokraten (SDP).

Die Kroaten haben heute über ein neues Parlament abgestimmt. Nachwahlbefragungen des kroatischen Staatsfernsehens zufolge gewannen sowohl die konservative HDZ als auch die regierenden Sozialdemokraten (SDP) 56 Sitze im Parlament. Mit ersten offiziellen Ergebnissen wird gegen 22 Uhr gerechnet. Bei den Wahlen zeichnete sich eine hohe Beteiligung ab. Bis zum Mittag gaben fast 22 Prozent der 3,8 Millionen Wahlberechtigten in den EU-Mitgliedsstaat ihre Stimme ab, wie die staatliche Wahlkommission in Zagreb mitteilte. Das waren rund fünf Prozent mehr als bei der letzten Wahl vor vier Jahren.

Zoran Milanovic | Bildquelle: AFP
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Regierungschef Zoran Milanovic: Seine Partei sehen Umfragen gleichauf mit der konservativen HDZ.

Kein eindeutiger Sieger?

Auch vorige Umfragen sehen die Sozialdemokraten von Regierungschef Zoran Milanovic gleichauf mit der konservativen Oppositionspartei HDZ. Da aber nach allen Umfragen keine der beiden Parteien allein die Regierung stellen kann, werden die vielen kleinen Parteien das Zünglein an der Waage sein.

Die Bürger entscheiden bei der Wahl auch über den weiteren Kurs des West-Balkanlandes in der Flüchtlingskrise, das sich die HDZ für eine härtere Gangart gegenüber den Flüchtlingen ausspricht. Auf ihrem Weg nach Nord-Europa ziehen noch immer jeden Tag Tausende Migranten durch Kroatien.

Wahl in Kroatien
tagesschau 20:00 Uhr, 08.11.2015, Till Rüger, ARD Wien

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Wachstum, aber hohe Arbeitslosigkeit

Ein weiteres zentrales Thema im Wahlkampf war die wirtschaftliche Lage. Nach sechs Jahren Rezession sagt die EU-Kommission der kroatischen Wirtschaft in diesem Jahr wieder ein Wachstum von gut einem Prozent voraus, das sich 2016 weiter beschleunigen dürfte. Allerdings liegt die Arbeitslosenquote noch immer bei 17 Prozent.

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