UN-Kulturorganisation Kosovo scheitert mit Aufnahmeantrag in Unesco

Stand: 09.11.2015 15:38 Uhr

Das Kosovo hat knapp die Aufnahme in die UN-Kulturorganisation Unesco verpasst. Das Ziel der früheren serbischen Provinz, Vollmitglied bei den Vereinten Nationen zu werden, rückt damit wieder in weite Ferne.

Das Kosovo ist mit seinem Antrag auf Aufnahme in die UN-Kulturorganisation Unesco gescheitert. Die Resolution für die Aufnahme der früheren serbischen Provinz, die 2008 ihre Unabhängigkeit erklärt hatte, verfehlte in Paris die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit um wenige Stimmen.

Insbesondere Serbien und Russland, die wie auch einige andere Staaten die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennen, hatten sich vehement gegen die Aufnahme des Balkanstaates ausgesprochen, da dies eine politische Aufwertung bedeutet hätte. 92 Mitgliedstaaten stimmten für die Aufnahme des Kosovo, 50 dagegen und 29 enthielten sich. Nötig wären 95 Ja-Stimmen gewesen - es fehlten damit nur drei Stimmen.

Das serbische Kloster Gracanica im Kosovo: Serbien äußerte die Sorge, dass das Kosovo nicht angemessen für das Weltkulturerbe sorge | Bildquelle: AP
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Das serbische Kloster Gracanica im Kosovo: Serbien äußerte die Sorge, dass das Kosovo nicht angemessen für das Weltkulturerbe sorge

Serbien in Angst um Klöster auf Boden Kosovos

Die Aufnahme bei der Unesco hätte dem Kosovo Zugang zu Finanzmitteln im Bereich der Bildung und der Kultur gegeben. Außerdem wäre es ein erster Schritt zur Aufnahme als Vollmitglied bei den Vereinten Nationen gewesen. Das 1,8-Millionen-Einwohner-Land wird heute von mehr als hundert Ländern anerkannt, darunter die meisten EU-Länder und die USA.

Eine Mitgliedschaft hätte auch bedeutet, dass das junge Land die Verantwortung für vier Stätten der serbisch-orthodoxen Kirche auf seinem Gebiet übernommen hätte, die als Weltkulturerbe gelistet sind. Darunter sind die Klöster von Pec, Gracanica und Decane. Serbien hatte die Sorge geäußert, das "kulturelle und historische Erbe" der Serben werde nicht bewahrt, und verwies auf Plünderungen während des Kosovo-Krieges 1998-1999. Die Regierung des Kosovo versicherte hingegen, die Stätten würden angemessen und fachgerecht geschützt.

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