Die entmachtete Präsidentin Südkoreas, Park, winkt beim Verlassen des Palastes aus ihrem Auto heraus. | Bildquelle: dpa

Nach Parks Entmachtung Südkorea will im Mai Präsidenten wählen

Stand: 15.03.2017 07:10 Uhr

Südkorea hat nach der Entmachtung von Präsidentin Park das Datum für die Wahl eines neuen Staatsoberhauptes festgelegt: Am 9. Mai sind die Bewohner des Landes zum Urnengang aufgerufen. Fraglich ist noch, ob auch über eine Verfassungsreform abgestimmt werden soll.

Nur wenige Tage nach der endgültigen Entmachtung der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye steht das Datum für die Wahl ihres Nachfolgers fest: Am 9. Mai sind die Bewohner des Landes aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Dies ist der letztmögliche Termin, der für die Abstimmung in Frage kommt. Nachdem das Verfassungsgericht die Amtsenthebung Parks in der vergangenen Woche mit seinem Urteil bestätigt hatte, muss Südkorea innerhalb von 60 Tagen eine Neuwahl abhalten.

Park war ein Korruptionsskandal zum Verhängnis geworden. Ihr wird vorgeworfen, ihrer Vertrauten Choi Soon Sil die Einmischung in Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben. Auch soll Choi dank ihrer Beziehung zu Park Sponsorengelder für zwei Stiftungen eingetrieben und sich persönlich bereichert haben. Aufgrund der Vorwürfe hatte im Dezember bereits das Parlament für Parks Absetzung gestimmt - seitdem war sie zunächst suspendiert. Park selbst bestreitet nach wie vor ein Fehlverhalten. Bei ihrem Auszug aus dem Präsidentenpalast kündigte sie abermals an, dass "die Wahrheit bekannt werden" würde.

Kommt auch Verfassungsreferendum?

Nach ihrer Suspendierung hatte Hwang Kyo Ahn Parks Amtsgeschäfte übernommen. Der nun amtierende Präsident und Ministerpräsident gilt als Anhänger der ehemaligen Staatschefin und als einer der Favoriten für ihre Nachfolge. Aber auch dem linksliberalen Oppositionspolitiker Moon Jae In werden in Umfragen Chancen auf das Präsidentenamt ausgerechnet.

Offen ist noch, ob im Mai neben einem neuen Präsidenten auch über eine Änderung der Verfassung abgestimmt werden soll. Mehrere Parteien hatten eine Reform gefordert, die die politische Macht in dem Land zwischen dem Präsidenten und dem Ministerpräsidenten aufteilen soll. So soll ein neuer Skandal, wie der um Park künftig verhindert werden. Der Präsident soll dabei die Verantwortung für die Bereiche der internationalen Angelegenheiten und nationalen Sicherheit tragen, der Ministerpräsident soll für nationale politische Angelegenheiten zuständig sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. März 2017 um 07:00 Uhr

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