Südkoreas Ex-Präsidentin Park | Bildquelle: AP

Südkorea Palast ohne Park

Stand: 12.03.2017 12:50 Uhr

In der Dunkelheit und mit einer dunklen Limousine hat die abgesetzte südkoreanische Präsidentin den Palast in Seoul verlassen. Vor ihrem Privathaus zeigte sich Park wartenden Anhängern. Die Wahrheit werde bekannt werden, ließ sie erklären.

Die abgesetzte südkoreanische Staatschefin Park Geun Hye hat den Präsidentenpalast in Seoul verlassen. Dies bestätigte ein Vertreter des sogenannten Blauen Hauses am Abend (Ortszeit). Park sei vom Palast zu ihrem Privathaus im Süden der südkoreanischen Hauptstadt gefahren worden. Die Fahrzeugkolonne wurde von Motorradpolizisten begleitet.

Vor ihren Haus im wohlhabenden Stadtteil Gangnam warteten bereits Hunderte Polizisten, Journalisten und Anhänger auf ihre Ankunft.

In einer Erklärung, die Park von einer Abgeordneten verlesen ließ, bestritt die ehemalige Präsidentin ein Fehlverhalten. Es werde einige Zeit dauern, aber "die Wahrheit wird bekannt werden", heißt es in der Erklärung. Gleichzeitig dankte sie ihren Unterstützern und entschuldigte sich dafür, dass sie ihr Mandat nicht zu Ende führen konnte.

Südkoreas Ex-Präsidentin Park | Bildquelle: REUTERS
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Park zeigte sich kurz ihren Anhängern vor ihrem Haus.

Seit Dezember suspendiert

Park war am Freitag im Zuge eines Korruptionsskandals vom Verfassungsgericht ihres Landes endgültig aus dem Amt entfernt worden. Zuvor hatte bereits im Dezember das Parlament für ihre Entmachtung gestimmt, seitdem war die 65-Jährige suspendiert.

Park wird vorgeworfen, ihrer Vertrauten Choi Soon Sil die Einmischung in Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben. Auch soll Choi dank ihrer Beziehung zu Park Sponsorengelder für zwei Stiftungen eingetrieben und sich persönlich bereichert haben. Park weist die Vorwürfe zurück.

Forderung nach grundlegender Reform

Vermutlich am 9. Mai wählen die Südkoreaner einen Nachfolger. Einige Parteien forderten allerdings einen Umbau der Staatsführung, um die politische Macht auf mehr Ämter zu verteilen. Der Präsident soll demnach die Verantwortung für die Bereiche der internationalen Angelegenheiten und nationalen Sicherheit tragen, der Ministerpräsident soll für nationale politische Angelegenheiten zuständig sein. Für diese Reform müsste die Verfassung geändert werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2017 um 18:00 Uhr.

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