UN-Blauhelme in  der Stadt Kanaga, in deren Nähe die Massengräber entdeckt wurden | Bildquelle: REUTERS

Gewalt im Kongo 17 weitere Massengräber gefunden

Stand: 19.04.2017 15:58 Uhr

Die Gräueltaten im Kongo nehmen kein Ende: In der Region Kasai im Zentrum des Landes sind nach UN-Angaben 17 weitere Massengräber entdeckt worden. Damit erhöht sich die Zahl der entdeckten Gräber seit Sommer 2016 auf 40. Seitdem starben bei Kämpfen zwischen Rebellen und Armee Hunderte Menschen.

Im Kongo sind nach heftigen Kämpfen zwischen Rebellen und Streitkräften 17 weitere Massengräber entdeckt worden. Ermittler der Vereinten Nationen bestätigten die Funde in der Region Kasai im Zentrum des Landes. Damit wurden seit August vergangenen Jahres 40 Massengräber in dieser Region entdeckt.

Die neuen Gräber und Berichte über Gewalt zeigten den Horror, der sich dort in den vergangenen Monaten zugetragen habe, sagte UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, in Genf. 15 der neuen Gräber befänden sich nach UN-Angaben in dem Ort Tshimbulu, zwei in Tshsienke.

Hinweise auf Massengrab im Kongo | Bildquelle: REUTERS
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Skelette aus einem der Massengräber, die schon früher entdeckt wurden.

UN fordern Ermittlungen

In derselben Region sollen kongolesische Soldaten bei Kämpfen mit Mitgliedern der Kamwina-Nsapu-Miliz Ende März binnen weniger Tage 74 Menschen getötet haben. Den UN-Ermittlern vorliegenden Berichten zufolge befanden sich darunter auch 30 Kinder.

UN-Menschenrechtskommissar al-Hussein forderte die kongolesische Regierung zu Ermittlungen auf. Ansonsten werde er darauf dringen, dass der Internationale Strafgerichtshof oder eine andere unabhängige Einrichtung dem nachgehe und die Tötungen und gemeldeten Vergewaltigungen strafrechtlich verfolge.

Immer wieder Gewaltausbrüche seit Sommer 2016

Seit der Anführer der Rebellengruppe, Kamwina Nsapu, im August 2016 durch die Polizei getötet wurde, kommt es in dem Gebiet immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Seine Anhänger versuchen, seinen Tod zu rächen und kämpfen gegen die ihrer Ansicht nach ungerechte Zentralregierung. Bei Zusammenstößen von Rebellen und Armee wurden Hunderte Menschen getötet und rund 200.000 vertrieben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. April 2017 um 16:30 Uhr in den Nachrichten.

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