Eine Demonstrantin hält eine aus Styropor ausgeschnittene Friedenstaube vor eine kolumbianische Flagge | Bildquelle: AFP

Waffenstillstand in Kolumbien verlängert Santos und FARC geben sich mehr Zeit

Stand: 14.10.2016 09:19 Uhr

Es sei weder ein Ultimatum noch eine Fristsetzung, erklärte Präsident Santos seine Entscheidung. Die Verlängerung des Waffenstillstands mit der FARC-Guerila bis zum Jahresende soll es ermöglichen, den Friedensprozess in Kolumbien doch noch zu einem offiziellen Abschluss zu bringen.

Die kolumbianische Regierung hat die Waffenruhe mit der linken Guerillaorganisation FARC bis zum Ende des Jahres verlängert. "Dies ist weder ein Ultimatum noch eine Fristsetzung", betonte Präsident Juan Manuel Santos in einer Rede vor Studenten. Aber die neuen Verhandlungen über einen Friedensvertrag müssten zügig vorankommen. "Die Zeit arbeitet gegen den Frieden und das Leben."

Nach langen Verhandlungen hatten Regierung und FARC Ende September ein Abkommen unterzeichnet, um den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt mit mehr als 220.000 Toten beizulegen. Der Vertrag wurde jedoch Anfang Oktober durch die Bevölkerung überraschend in einem Referendum abgelehnt. Die Gegner kritisierten vor allem die geplante politische Beteiligung der FARC und die relativ milden Strafen für die Rebellen. Die Konservativen befürchten auch einen zu leichten Zugang zu Parlamentssitzen für staffällige Ex-Guerilleros. Nun muss nachverhandelt werden.

Verhandlungen laufen bereits

Kolumbianer feiern den Friedensnobelpreisträger Santos | Bildquelle: dpa
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Kolumbianer feiern den Friedensnobelpreisträger Santos.

Die Unterhändler der Regierung und der Farc kamen bereits in Havanna zusammen, um die Gespräche wieder aufzunehmen. Fraglich ist, wie weit die Guerillavertreter bereit sind, die Eckpunkte des Friedensabkommens zu verändern. Ende Oktober will die kolumbianische Regierung auch Verhandlungen mit der zweitgrößten Rebellengruppe ELN beginnen.

Für seine Bemühungen zur Beilegung des jahrzehntelangen Konflikts mit der FARC war Santos vergangene Woche der Friedensnobelpreis zugesprochen worden. Er bemüht sich nach dem gescheiterten Referendum um eine Überarbeitung des Friedensvertrags.

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Kolumbiens blutiger Konflikt

Marcos Calarca, Jairo Martinez und Alberto Martinez (alle COL/FARC Negotiating Committee)

1964 begann der Krieg zwischen dem kolumbianischen Staat und der FARC. Die FARC hatte im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. Grund für den Konflikt ist soziale Ungleichheit und eine ungerechte Landverteilung. | Bildquelle: imago stock&people

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Oktober 2016 um 09:00 Uhr.

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