Paz - Frieden fordert ein Graffiti an einer Hauswand im kolumbianischen Cali. Das Land scheint kurz davor zu stehen, doch Zweifel in der Bevölkerung bleiben.

Regierung und FARC einigen sich Neuer Friedensvertrag für Kolumbien

Stand: 13.11.2016 04:58 Uhr

Eigentlich stand der Friedensvertrag zwischen kolumbianischer Regierung und FARC-Rebellen längst. Doch das Abkommen wurde per Volksentscheid gekippt. Nun haben sich beide Seiten auf einen neuen Vertrag verständigt, der präzisiert worden sei.

Die kolumbianische Regierung und die Rebellengruppe FARC haben sich auf einen neuen Friedensvertrag geeinigt, nachdem das ursprüngliche Abkommen bei einem Volksentscheid knapp gescheitert war. Laut einer in der kubanischen Hauptstadt Havanna veröffentlichten gemeinsamen Erklärung wurde der vorherige Text verändert und präzisiert. Man habe die Vorschläge verschiedener gesellschaftlicher Gruppen aufgenommen.

Zudem traf sich Präsident Juan Manuel Santos mit dem größten Kritiker, Amtsvorgänger Álvaro Uribe - offenbar um ihn zu einer Zustimmung zu bewegen. Dessen Anhänger sind der Ansicht, dass den FARC-Rebellen in dem früheren Vertrag zu viele Zugeständnisse gemacht worden seien, und lehnten ihn deswegen ab.

Anfang Oktober hatten die Kolumbianer mit knapper Mehrheit diesen ersten Friedensvertrag gekippt. Daraufhin begannen neue Verhandlungen in Havanna. Das neue Abkommen könnte vom Kongress verabschiedet werden, was die Erfolgschancen erhöht.

Humberto de la Calle (rechts), Verhandlungsführer der kolumbianischen Regierung und Luciano Marin alias Ivan Marquez (links), zweiter FARC-Chef bei den Verhandlungen in Havanna | Bildquelle: dpa
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Humberto de la Calle (rechts), Verhandlungsführer der kolumbianischen Regierung und Luciano Marin alias Ivan Marquez, zweiter FARC-Chef, haben in Havanna nachverhandelt - und sich auf ein neues Abkommen verständigt.

Uribe will Änderungen prüfen

Uribe fordert unter anderem eine Bestrafung jener FARC-Mitglieder, die sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht hätten. Außerdem sollten sie von Wahlämtern ausgeschlossen werden. Uribe forderte Zeit, um das neue Abkommen zu prüfen. Seine Anhänger würden möglicherweise weitere Anpassungen fordern.

"Wir rufen ganz Kolumbien und die internationale Gemeinschaft auf, diese Vereinbarung zu unterstützen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der kolumbianischen Regierung und der FARC. "Frieden kann nicht länger warten."

Die FARC-Guerilla hatte 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In den Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen wie das Nationale Befreiungsheer (ELN), rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden dabei mehr als 260.000 Menschen getötet, 45.000 Menschen gelten als vermisst. Kolumbiens Präsident Santos erhält für seine Bemühungen um die Beendigung des Konflikts in diesem Jahr den Friedensnobelpreis.

Kolumbiens Regierung und FARC vereinbaren neuen Friedensvertrag
A. Herrberg, ARD Buenos Aires
13.11.2016 06:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. November 2016 um 04:58 Uhr.

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