Anhänger der brasilianischen Fußballmannschaft Chapecoense trauern | Bildquelle: dpa

Nach Flugzeugabsturz Staatstrauer in Brasilien

Stand: 29.11.2016 20:35 Uhr

Mehr als 70 Leben forderte das Flugzeugunglück nahe des kolumbianischen Medellín, nur sechs Insassen überlebten den Absturz. Brasiliens Präsident Temer rief Staatstrauer aus, denn an Bord waren auch Fußballprofis aus dem brasilianischen Chapecó.

Von Anne Herrberg, ARD-Studio Südamerika

Das Flugzeug sollte sie nach Medellín und zum bisher größten Triumph ihrer Vereinsgeschichte bringen: Ein Bild vor dem Abflug zeigt fröhliche Spieler und Betreuer des brasilianischen Clubs Chapecoense in Erwartung der Finalrunde in den Südamerika-Vereinsmeisterschaften Copa Sudamericana gegen Rivalen Atlético Nacional. Doch am Ende steht eine Tragödie. Fast die gesamte Fußballmannschaft stirbt bei dem Absturz der Maschine - nur wenige Kilometer vor Landung in der zweitgrößten kolumbianischen Stadt.

Brasiliens Präsident Michel Temer rief eine dreitägige Staatstrauer aus: "Für uns war das ein sehr trauriges Ereignis, aber alles, was wir tun konnten, ist für die Toten zu beten, sowie Maßnahmen zu treffen: Wir werden den Familien helfen, die gerade trauern." Die Luftwaffe stelle Flugzeuge zur Verfügung, um die Familien zur Absturzstelle zu bringen. Auch müsse man die Leichen überführen, das Außenministerium sei in Aktion. "Noch einmal möchte ich meine Trauer aussprechen - wir haben vor dieser Sitzung bereits eine Schweigeminute abgehalten", sagte Temer.

Flugzeug in Kolumbien abgestürzt
tagesschau 20:00 Uhr, 29.11.2016, Michael Stocks, ARD Rio de Janeiro

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Sechs Überlebende

Sechs Insassen der Maschine sollen laut Behördenangaben das Unglück überlebt haben. Darunter drei Spieler des Fußballclubs aus dem südbrasilianischen Santa Catarina, zwei Besatzungsmitglieder und ein Journalist. Es sei auch nicht auszuschließen, dass noch weitere Überlebende gefunden würden, meldete der kolumbianische Katastrophenschutz.

Suchtrupps machten sich sofort auf den Weg zur Unglückstelle - sie liegt nahe der Berges El Gordo, im hügeligen und unwegsamen Hinterland, rund 38 Kilometer von Medellín entfernt. Dazu habe es in der Nacht stark geregnet, bestätigte einer der Helfer, Juan David Gonzalez. Die Rettungsarbeiten gestalten sich daher extrem schwierig: "Als wir an die Unglücksstelle kamen, konnten wir durch das Unwetter nur wenig erkennen. Aber wir hörten leises Wehklagen. Wenn wir einen Verletzen bergen konnten, mussten wir ihn, um zurück zu den Einsatzfahrzeugen zu gelangen, zunächst noch ein langes Stück über einen engen Pfad tragen." 

Was ist passiert?

Über die Minuten vor dem Unglück gibt es bisher nur wenige Informationen. Die Piloten der bolivianischen Airline Lamia sollen kurz vor der Landung von Fehlern in der Bordelektronik der Maschine berichtete haben, so hieß es vom Tower in Medellín. Danach sei das Flugzeug Schleifen geflogen und habe Treibstoff abgelassen - wohl um eine Notlandung vorzubereiten. Dann verschwand es vom Radar. Die genaue Unglücksursache ist noch unklar, doch wurden bereits beide Flugschreiber gefunden, die sich nach Auskunft der kolumbianischen Luftverkehrsbehörde in gutem Zustand befinden.

In der Heimatstadt der Verunglückten herrschen Trauer und Fassungslosigkeit: "Ich möchte allen Familien in Chapecó unsere Solidarität aussprechen und ihnen sagen, dass wir Schmerz spüren. Gemeinsam können wir diesen Moment überwinden", sagt der Bürgermeister Luciano Buligon. Er ist selbst ein Manager des Teams und sollte eigentlich mitfliegen.

"Verein praktisch ausgelöscht"

Pelé, Lionel Messi, Lukas Podolski - es gibt Kondolenzbekundungen von Fußballern aus aller  Welt. "Das ist eine Riesenkatastrophe", sagte auch Paulo Rink. Der frühere brasilianische Profi, der in der Bundesliga für Bayer Leverkusen und Nürnberg antrat, spielte vor seinem Wechsel nach Europa für Chapocoense. "Der Verein sei jetzt praktisch ausgelöscht."

Staatstrauer in Brasilien nach Flugzeugunglück in Medellin
A. Herrberg, ARD Buenos Aires
29.11.2016 17:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. November 2016 um 20:00 Uhr.

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