Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos | Bildquelle: AFP

Einigung in Kolumbien Friedensgespräche mit ELN-Guerilla

Stand: 19.01.2017 03:05 Uhr

Erst die FARC, jetzt die ELN: Kolumbiens Präsident Santos will Friedensgespräche mit der zweitgrößten Rebellengruppe des Landes aufnehmen. Der Durchbruch gelang, weil sich die Guerilla bereit erklärte, einen gefangenen Politiker freizulassen.

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat den Beginn von Friedensgesprächen mit der Guerillaorganisation Nationale Befreiungsarmee (ELN) angekündigt. Eine entsprechende beiderseitige Vereinbarung sei getroffen worden, sagte Santos bei einer Pressekonferenz auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Nach über 50 Jahren blutigem Konflikt sollen die Verhandlungen am 7. Februar beginnen. Sie sollen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito stattfinden.

Santos erklärte, die ELN sei bereit, den früheren Parlamentsabgeordneten Sánchez freizulassen, den sie seit knapp einem Jahr festhält. Damit sei das letzte Hindernis für den Beginn der Gespräche aus dem Weg geräumt.

Bereits Friedensabkommen mit FARC

Im vergangenen November hatte die Regierung bereits ein Friedensabkommen mit der größeren Guerillaorganisation, den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) geschlossen.

Die ELN-Guerilla hatte ebenso wie die FARC 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. Im Konflikt zwischen der Armee, ultrarechten Paramilitärs sowie linken Rebellen wurden mehr als 260.000 Menschen getötet. Mehr als 60.000 Menschen gelten als vermisst, weitere 6,9 Millionen ergriffen angesichts der Gewalt die Flucht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Januar 2017 um 06:00 Uhr

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