Pflanze auf trockenem Boden | Bildquelle: dpa

Weltbank-Bericht Neue Armut durch Klimawandel

Stand: 09.11.2015 04:32 Uhr

Der Klimawandel bedroht alle. Besonders die ohnehin schon armen Menschen werden drastisch an den Folgen zu leiden haben, schreibt die Weltbank in einem neuen Bericht. Betroffen seien vor allem ohnehin schon arme Regionen in Afrika und Asien.

Von Andreas Horchler, ARD-Hörfunkstudio Washington

Besonders in Afrika und Ostasien könnten bis 2030 ohne rasche und umfassende Maßnahmen bis zu 100 Millionen Menschen zusätzlich in extreme Armut geraten, sagt Marianne Fey, Chefvolkswirtin für nachhaltige Entwicklung bei der Weltbank. Strategien, mit den bereits vorhandenen Effekten des Klimawandels umzugehen, könnten helfen, den gefährdeten Menschen dieses Schicksal zu ersparen.

Der Weltbank-Report mit dem Titel "Schockwellen - Management der Klimawandel-Auswirkungen auf die Armut" schlägt Frühwarnsysteme in den betroffenen Regionen etwa bei drohenden Überflutungen vor, aber auch die verstärkte Einführung hitzeresistenter Nahrungspflanzen und soziale Sicherheitsmaßnahmen für diejenigen, die von Naturkatastrophen betroffen sind.

Arme Weltgegenden besonders betroffen

Die Landwirtschaft als Überlebens- und Einkommensquelle besonders armer Weltgegenden leidet unter wachsender Trockenheit und steigenden Temperaturen, heißt es im neuen Weltbank-Bericht. Teurere Lebensmittel sind aber in weiten Teilen Afrikas und Asiens, in denen die Menschen ohnehin 60 Prozent ihres Einkommens für Nahrung ausgeben, nicht bezahlbar.

Vor allem fordert die Weltbank, Schadstoffemissionen zu reduzieren, um den Klimawandel zu verlangsamen. Denn das, sagt Marianne Fey, "ist der einzige Schutz gegen einen unkontrollierten Klimawandel, gegen den wir weder die Armen noch die Reichen schützen können".

Der Weltbank-Bericht mit der Beschreibung der Klimawandelfolgen für die ärmsten Menschen der Erde ist auch ein Appell an die Teilnehmer des UN-Klimagipfels, der in drei Wochen in Paris beginnt. Vertreter von 195 Staaten wollen ein weltweites Klimaabkommen verhandeln, dass die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt.

Weltbank warnt vor Klimawandel
Andreas Horchler, HR-Hörfunkstudio Washington
09.11.2015 03:56 Uhr

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