Eine Mutter hält ihr unterernährtes Kind im Sudan | Bildquelle: dpa

UN-Bericht 5,6 Millionen Kleinkinder sind 2016 gestorben

Stand: 19.10.2017 05:54 Uhr

Jeden Tag sind im vergangenen Jahr nach UN-Angaben durchschnittlich weltweit 15.000 Kleinkinder gestorben. Viele von ihnen überlebten die Geburt nicht, verhungerten bereits im Babyalter oder starben an eigentlich heilbaren Infektionskrankheiten.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Jeden Tag sind im vergangenen Jahr weltweit 15.000 Kinder unter fünf Jahren gestorben. Fast die Hälfte davon wurde nicht älter als 28 Tage. Ein jetzt von mehreren UN-Organisationen sowie der Weltbank vorgelegter Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Kinder- und Säuglingssterblichkeit im Vorjahr zwar auf ein Rekordtief von 5,6 Millionen toten Kindern gesunken sei. Der Anteil der Neugeborenen daran aber stieg um sechs auf 46 Prozent an. Die meisten Neugeborenen sterben demnach in Südasien, gefolgt von der afrikanischen Subsahara-Region.

Während dort jedes 36. Kind seinen ersten Lebensmonat nicht überlebte, stirbt in reichen Industrienationen im Schnitt eines von 333 Neugeborenen. Häufigste Todesursache Lungenzündungen und Durchfallerkrankungen. 30 Prozent der Säuglinge starben zudem durch Komplikationen bei der Geburt.

Die meisten Todesfälle in Asien sowie in afrikanischen Staaten

Es sei ein Skandal, dass Schwangerschaft und Geburt im Jahr 2017 für Mütter und Kinder in vielen Teilen der Welt noch immer lebensbedrohlich seien, so der Gesundheitsdirektor der Weltbank, Tim Evans. Indien, Pakistan, Nigeria, die Demokratische Republik Kongo sowie Äthiopien sind allein für die Hälfte aller weltweit gestorbenen Säuglinge verantwortlich. Sollte sich der jetzt abzeichnende Trend fortsetzen, werden zwischen diesem Jahr und 2030 weltweit 60 Millionen Kinder überwiegend an vermeidbaren Krankheiten und Geburtsumständen sterben, so der Bericht.   

Über dieses Thema berichtete am 19. Oktober 2017 die tagesschau um 05:30 Uhr und NDR Info um 06:15 Uhr.

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