Menschen decken sich mit Lebensmitteln in Doha ein | Bildquelle: AP

Isolation von Katar Hamsterkäufe und Vermittlungsversuche

Stand: 06.06.2017 07:47 Uhr

Katar ist eines der reichsten Länder der Welt. Doch nach der Isolation des Wüstenstaates durch seine Nachbarstaaten horten einige Menschen dort nun Lebensmittel. Die USA und andere Staaten wollen vermitteln.

Im Konflikt um die Isolation Katars haben mehrere Staaten zu Mäßigung aufgerufen. Sowohl die Türkei, Russland, Kuwait als auch Iran forderten, den Konflikt beizulegen.

Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Donald Trump werde sich bemühen, die Lage zu deeskalieren. Die US-Regierung stärkte Katar demonstrativ den Rücken. Die USA und die von ihr geführte Koalition gegen die Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" seien dankbar für das Engagement Katars für die regionale Sicherheit, sagte ein Sprecher des US-Zentralkommandos. In Katar sind 10.000 US-Soldaten stationiert. US-Außenminister Rex Tillerson rief die Konfliktparteien auf, ihren Disput zu lösen.

Türkei: schwerwiegendste politische Krise seit 1991

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief zu Zurückhaltung auf. Die Spannungen müssten rasch verringert werden, forderte Erdogan nach Telefonaten mit den Staats- und Regierungschefs von Katar, Russland, Kuwait und Saudi-Arabien. In den Gesprächen sei die Bedeutung des regionalen Friedens und der Stabilität unterstrichen worden. Die gegenwärtigen Spannungen müssten durch Diplomatie und Dialog gemildert werden. Laut dem stellvertretenden türkischen Ministerpräsident Numan Kurtulmus handelt es sich um die schwerwiegendste politische Krise in der Region seit dem Krieg gegen den Irak 1991.

Der katarische Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani forderte einen offenen Dialog, sagte aber, dass sein Land all jene ablehne, die Katar ihren Willen aufzwingen oder sich in die inneren Angelegenheiten des Emirats einmischen wollten.

Arabische Staaten brechen Beziehungen zu Katar ab
tagesschau 20:00 Uhr, 05.06.2017, A. Stein, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Golfstaaten isolieren Katar

Am Montag hatten Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Ägypten die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Verkehrsverbindungen über Land, Meer und Luft wurden eingestellt. Sie beschuldigen Katar unter anderem, Terrorgruppen in der Region zu fördern - Katar weist das zurück: Die jüngste Krise werde durch "absolute Erfindungen" angeheizt. Später am Montag verlautete auch von der international anerkannten Regierung im Jemen, dass sie ihre Verbindungen zu Katar gekappt habe. Auch die Malediven und eine der rivalisierenden zwei Regierungen in Libyen entschieden, die diplomatischen Beziehungen auf Eis zu legen.

Saudi-Arabien begründete seinen Schritt mit Katars angeblicher Unterstützung der Muslimbruderschaft, Al Kaidas sowie der Terrormiliz "Islamischer Staat". Auch westliche Regierungen haben Katar vorgeworfen, sunnitische Extremisten wie den Al-Kaida-Zweig in Syrien zu dulden oder sogar zu fördern. Das Land unterstützt die Hamas im Gazastreifen.

Hamsterkäufe in Doha

Mit der Einstellung der diplomatischen Beziehungen haben Staatsbürger aus Katar zwei Wochen Zeit, um aus anderen Golfstaaten in ihr Land zurückzukehren. In Doha sind erste Auswirkungen der Isolation bereits zu spüren: Die nationale Fluggesellschaft des Emirats Katar, Qatar Airways, stellte den Flugverkehr zu wichtigen Nachbarländern vorerst ein. Das teilte das Unternehmen mit. Betroffen sind demnach Verbindungen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Ägypten.

Die Zeitung "Doha News" berichtet, dass zahlreiche Menschen in Katar für Großeinkäufe in die Supermärkte gehen und Vorräte angelegen. Mehrere Kataris posteten in den Sozialen Netzwerken Fotos ihrer vollen Einkaufswagen. Auf manchen Bildern sind leere Supermarktregale zu sehen, andere Läden sind noch gut gefüllt. Als Wüstenstaat ist Katar auf Importe angewiesen. Rund 40 Prozent aller Lebensmittel kommen per Lkw über die einzige Landgrenze mit Saudi-Arabien.

Auch Baumaterial wie Stahl und Beton werden sowohl per Schiff als auch über Land nach Katar geliefert. Eine langfristige Blockade könnte auch Auswirkungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft haben, die für 2022 in dem Land geplant ist. Acht Stadien will Katar bis dahin errichten, zudem ein U-Bahn-Projekt und einen weiteren Hafen.

Iran würde Katar helfen

Der Iran hat angeboten, Schiffe mit Lebensmitteln über den Persischen Golf nach Katar zu schicken, sollte die Landblockade länger bestehen.

Katar und andere arabische Länder sind sich schon länger uneinig. Katars Nachrichtensender Al-Dschasira hat viele Regierungen und auch Zuschauer in der arabischen Welt gegen sich aufgebracht.

Mit Informationen von Sabine Rossi, ARD-Studio Kairo

Über dieses Thema berichteten am 05. Juni 2017 die tagesschau um 20:00 Uhr und am 06. Juni 2017 tagesschau24 um 11:30 Uhr in der Wirtschaft.

Darstellung: