Eine Luftaufnahme des Diplomatenviertels von Doha (2013) | Bildquelle: REUTERS

Streit am Persischen Golf Um Katar wird es einsam

Stand: 05.06.2017 18:53 Uhr

Katar wird von mehreren Staaten am Persischen Golf isoliert: Grenzen und der Luftraum wurden geschlossen, Diplomaten zur Ausreise aufgefordert. Katar wird vorgeworfen, Terrorismus zu unterstützen. Es geht aber auch um den Iran.

Von Sabine Rossi, ARD-Studio Kairo

Etliche Flugzeuge am Persischen Golf bleiben am Boden. Qatar Airways hat alle Flüge nach Saudi-Arabien vom Nachmittag an eingestellt. Fluglinien aus anderen Golfstaaten steuern Katars Hauptstadt Doha, eines der Drehkreuze in der Region, nicht mehr an.

Eine Maschine von Qatar Airways bei einer Luftfahrtausstellung in Singapur (2016) | Bildquelle: REUTERS
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Die ersten Jets von Qatar Airways (hier ein Archivbild) bleiben bereits am Boden.

Die Börsen am Golf verzeichnen Kursverluste. "Unsere Märkte beeinflussen sich gegenseitig", sagt ein Banker aus Dubai. "Als am Morgen die Märkte in Katar öffneten, zogen sich etliche Anleger aus den Wertpapieren zurück. Das hat uns stärker getroffen als üblich." Er hoffe, dass es ein vorübergehender Effekt sei. "Ich persönlich glaube, dass die Märkte bald wieder so sind wie vor der Entscheidung."

Diplomaten rausgeworfen

Am frühen Morgen hatte Saudi-Arabien angekündigt, die Grenzen zum kleinen Nachbar-Emirat zu schließen und Diplomaten auszuweisen. Auch katarische Bürger müssen nun innerhalb von zwei Wochen in ihre Heimat zurückkehren. Unterstützung erhält Saudi-Arabien für diesen Kurs von etlichen weiteren Ländern, darunter Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten.

Sie alle werfen Katar die Unterstützung von Islamisten vor: die ägyptische Muslimbruderschaft ebenso wie die Terrornetzwerke Al Kaida und "Islamischer Staat". Ferner verbreite Katar über seinen Nachrichtensender Al Dschasira Propaganda und destabilisiere damit Region.

Katar wies die Vorwürfe zurück. Diese seien unbegründet, nichts davon beruhe auf Fakten, teilte das Außenministerium mit.

Kampf gegen den IS

Der Streit am Persischen Golf hat nach Darstellung der USA keine Auswirkungen auf die Militäreinsätze im Nahen Osten und Asien. In Katar befindet sich der größte US-Stützpunkt in der Region. Auf der Luftwaffenbasis Al Udeid sind mehr als 10.000 Soldaten stationiert.

Katar gehört auch der internationalen Militärkoalition an, die IS-Terroristen in Syrien und im Irak bekämpft.

Arabische Staaten brechen Beziehungen zu Katar ab
tagesschau 20:00 Uhr, 05.06.2017, A. Stein, ARD Kairo

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Zusammenhang mit Trump-Besuch

Katar und andere arabische Länder sind sich schon länger uneinig. Dass der Streit ausgerechnet jetzt in einer diplomatische Krise mündet, dürfte am Besuch des US-Präsidenten Donald Trump vor zwei Wochen in Saudi-Arabien liegen. Davon ist zumindest Aly Al Dahneim überzeugt, der der politischen Opposition in Katar angehört: "Die ganze Situation hat sich nach diesem Gipfel entwickelt. Eine andere Schlussfolgerung gibt es nicht. Trump hat sich bei seinem Besuch an die anderen Golfstaaten gerichtet, nicht aber an Katar." Diese Strategie sei ein herber Schlag für Katar gewesen, so Dahneim.

Katar isoliert?
S. Rossi, ARD Kairo
05.06.2017 18:11 Uhr

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Ein Waffenbruder Saudi-Arabiens - bis jetzt

Trump hatte in seiner Rede vor arabischen Staats- und Regierungschefs den Iran kritisiert und für das Chaos und die Zerstörung in der Region verantwortlich gemacht. Saudi-Arabien sieht den Iran als Rivalen und führt Stellvertreterkriege unter anderem im Jemen und in Syrien. In diesen Kriegen war Katar bislang Partner Saudi-Arabiens in einer internationalen Koalition. Das Emirat unterhält gleichzeitig aber auch Kontakte in den Iran.

Im Jemen ist es mit der Kooperation vorerst vorbei: Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition kündigte die katarische Beteiligung auf.

Lebensmittel kommen via Saudi-Arabien

Die Zeitung "Doha News" in Katar berichtet, dass die Menschen dort bereits für Großeinkäufe in die Supermärkte gehen und Vorräte angelegen. Rund 40 Prozent der Lebensmittel in Katar kommen per Lkw über Saudi-Arabien ins Land.

Katar soll 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen. Auswirkungen auf das Sportereignis düften die derzeitigen Verstimmungen nicht haben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juni 2017 um 20:00 Uhr.

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