Mitarbeiter des Senders Al-Dschasira in Doha, der Hauptstadt Katars | Bildquelle: dpa

Krise am Golf Katars Nachbarn stellen Forderungen

Stand: 23.06.2017 07:11 Uhr

Im Streit zwischen Katar und anderen arabischen Ländern stellen die Golfstaaten nun Forderungen an Doha. Unter anderem soll das Land den TV-Sender Al-Dschasira schließen. Ob das Emirat auf die 13 Punkte umfassende Liste eingeht, ist fraglich. Es hat zehn Tage Zeit.

Im diplomatischen Konflikt um Katar haben Saudi-Arabien und weitere arabische Länder Forderungen zur Lösung des Streits gestellt. Katar solle unter anderem den TV-Sender Al-Dschasira schließen, seine diplomatischen Beziehungen zum Iran beenden und einen türkischen Militärstützpunkt stilllegen, hieß es auf einer insgesamt 13 Punkte umfassende Liste, die der vermittelnde Golfstaat Kuwait Katar übergab.

Demnach habe Katar zehn Tage Zeit, die Forderungen umzusetzen. Katar solle zudem seine Militärkooperation mit dem NATO-Mitglied Türkei abbrechen, auch eine Kompensationszahlung in zunächst unbekannter Höhe wurde gefordert.

Vorwurf der Terror-Unterstützung

Saudi-Arabien und andere Golfstaaten hatten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und auch den Flug- und Schiffsverkehr unterbrochen. Die Staaten werfen Katar Unterstützung von Terrorismus vor. Katar bestreitet das.

Menschen stehen in einem Terminal am Flughafen von Katar | Bildquelle: AFP
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Saudi-Arabien und andere Golfstaaten hatten den Flug- und Schiffsverkehr zu Katar unterbrochen.

Die USA, die in dem Konflikt ebenfalls als Vermittler auftreten, hatten die Aufstellung einer Liste von Forderungen angeregt. Die Golfstaaten wollen Katar zudem zwingen, alle Verbindungen zur Muslimbruderschaft, der Hisbollah, Al Kaida und allen mit der Terrormiliz Islamischer Staat verbundenen Gruppen abzubrechen.

Verhandlungen zunächst abgelehnt

Die katarische Regierung reagierte zunächst nicht auf die Forderungsliste. Diese enthielt jedoch Punkte, die Katar bereits zuvor klar abgelehnt hatte, unter anderem die Schließung von Al Dschasira. Die katarische Regierung hatte zudem angekündigt, nicht zu verhandeln, solange die Blockade in Kraft sei.

Newsroom des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira | Bildquelle: AP
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Katar soll den TV-Sender Al-Dschasira schließen.

Laut der Liste soll Katar Staatsbürgern aus Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Bahrain die Einbürgerung verweigern und die ausweisen, die sich derzeit im Land befinden. Dadurch solle verhindert werden, dass sich Katar in die nationalen Angelegenheiten der anderen Golfstaaten einmische, hieß es zur Begründung. Zudem solle Katar die Menschen ausliefern, die von den vier Ländern wegen Terrorismus-Verdacht gesucht werden.

Sollte Katar auf die Forderungen eingehen, würde das Land auch einer bis zu zehn Jahre dauernden Überprüfung der Maßnahmen zustimmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Juni 2017 um 07:00 Uhr in den Nachrichten.

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