Blick über ein Triebwerk eines Flugzeug auf die Skyline von Katar. | Bildquelle: dpa

Krise am Golf Iran schickt Lebensmittel nach Katar

Stand: 11.06.2017 16:16 Uhr

Nach der Blockade mehrerer arabischer Staaten hat der Iran Katar mit Lebensmitteln versorgt. Parallel dazu erklärte sich Katar zum Dialog mit Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten bereit. Die Bürger aus den Staaten dürfen im Land bleiben.

In der diplomatischen Krise zwischen Katar und seinen Nachbarländern hat das Golf-Emirat Hilfe aus dem Iran bekommen. In den vergangenen Tagen seien fünf Flugzeuge mit Lebensmitteln vom Iran nach Katar geschickt worden, sagte ein Sprecher der staatlichen Fluggesellschaft Iran Air der Nachrichtenagentur AFP.

Die Maschinen aus dem Iran brachten 90 Tonnen frische Nahrungsmittel, hauptsächlich Obst und Gemüse, in das Emirat. In der iranischen Hafenstadt Dajjer, die gegenüber von Katar am Persischen Golf liegt, sollen zudem bald drei Schiffe mit 350 Tonnen Lebensmitteln auslaufen, wie die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Hafenchef meldete. Wenn Katar darum bitte, werde es weitere Lieferungen geben, sagte der Sprecher der Fluggesellschaft.

Teheran stellte Qatar Airways zudem auch den iranischen Luftraum für Flüge nach Europa und Afrika zur Verfügung. Der Golfstaat verfügt über große Ölreserven und gilt als reicher Staat, der jedoch Güter des alltäglichen Lebens einfliegen lassen muss.

Dialogbereitschaft

Unterdessen erklärte Katar, dass es zum Dialog mit Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten bereit sei. Außerdem dürften die Bürger der arabischen Staaten im Land bleiben.

Auch die drei Golfstaaten deuteten in diesem Punkt zumindest ein Einlenken an. Sie seien bereit, einige Katarer aus humanitären Gründen nicht auszuweisen, erklärten sie. Eigentlich hatten sie angeordnet, dass alle Bürger des kleinen Emirats ihre Länder bis zum 19. Juni verlassen müssten.

Wegen des Vorwurfs, die katarische Regierung unterstütze Terrororganisationen, hatten Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate am vergangenen Montag die diplomatischen Beziehungen abgebrochen und eine umfassende Blockade gegen das Golfemirat verhängt.

Außenminister Sigmar Gabriel | Bildquelle: dpa
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Außenminister Sigmar Gabriel

Bundesaußenminister Gabriel warnte angesichts des Konflikts um Katar vor einem Krieg in der Region. "Es besteht die Gefahr, dass aus dieser Auseinandersetzung ein Krieg werden könnte", sagte Gabriel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Härte des Umgangs zwischen Brudernationen und Nachbarstaaten nannte er "dramatisch".

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 11. Juni 2017 um 13:40 Uhr und der Deutschlandfunk um 11:00 Uhr in den Nachrichten.

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