Blick auf Doha | Bildquelle: REUTERS

Beziehungen abgebrochen Nachbarstaaten isolieren Katar

Stand: 05.06.2017 10:54 Uhr

Das Verhältnis zwischen Katar und den anderen Golfstaaten ist seit langem angespannt. Die Nachbarn werfen dem Emirat vor, Terrororganisationen zu unterstützen. Jetzt brachen Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Jemen die diplomatischen Beziehungen ab.

Mehrere Länder der arabischen Welt haben ihre Verbindungen zu Katar gekappt. Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain werfen dem Golfstaat Unterstützung des Terrorismus vor. Auch der Jemen schloss sich wenig später an. Saudi-Arabien schloss die Grenze zum Nachbarland. Ägypten sperrte alle Häfen und Flughäfen für Schiffe und Flugzeuge aus dem Emirat, in dem 2022 die Fußball-WM ausgetragen werden soll. Auch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die seit März 2015 Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen von Aufständischen im Jemen fliegt, schloss Katar aus.

In einer Erklärung der staatlichen saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA hieß es, Katar verbreite die Botschaften zahlreicher Terrorgruppen über seine Medien. Dazu zählten neben der Muslimbruderschaft auch Al Kaida und die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Damit solle die Stabilität in der Region gestört werden. Die staatliche Nachrichtenagentur Ägyptens warf Katar einen gezielten Plan vor, der sich gegen die Einheit der arabischen Welt richte.

Das Emirat verurteilte den Abbruch der diplomatischen Beziehungen als ungerechtfertigt. Der Schritt basiere auf "falschen und gegenstandslosen Behauptungen", erklärte das Außenministerium in Doha. Ziel sei es offenbar, Katar politisch zu "bevormunden".

Flugverbindungen gestrichen

Für die Bürger Katars bedeutet die Ankündigung, dass sie nun binnen zwei Wochen die anderen Golfstaaten verlassen müssen. Immer mehr Flugverbindungen werden gekappt. Die Airline Etihad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten setzt ab Dienstag Flüge von und nach Katar aus. Auch Flydubai wird Katar bis auf weiteres nicht mehr ansteuern. Im Gegenzug setzte Qatar Airways alle Flüge nach Saudi-Arabien aus.

Es kriselt schon seit Jahren

Katars Emir Tamim bin Hamad al-Thani | Bildquelle: AFP
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Der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani

Die Beziehungen der Nachbarstaaten sind schon seit langem angespannt. Bereits vor rund drei Jahren hatten Saudi-Arabien, Bahrain und die Emirate ihre Botschafter für einige Monate aus Katar abgezogen. Sie stießen sich vor allem an der Unterstützung Katars für die ägyptischen Muslimbrüder. Ägypten, Saudi-Arabien und die VAE haben die Islamisten als Terrororganisation verboten. Ende Mai löste ein Bericht auf der Nachrichtenseite der staatlichen Nachrichtenagentur von Katar unter den Golfstaaten neue diplomatische Verwicklungen aus. In dem Artikel hieß es, Katars Emir Tamim bin Hamad al-Thani habe die Nachbarländer kritisiert und den schiitischen Iran als Staat gelobt, der zu Stabilität in der Region beitrage.

Das katarische Außenministerium teilte danach mit, Unbekannte hätten die Nachrichtenseite der Qatar News Agency (QNA) gehackt und einen gefälschten Bericht verbreitet. Trotzdem hielten die Spannungen an. Der schiitische Iran ist ein Erzrivale von Saudi-Arabien und der anderen von Sunniten regierten Golfstaaten.

Tillerson fordert zur Mäßigung auf

US-Außenminister Rex Tillerson rief die Golfstaaten auf, ihren Streit beizulegen. Er ermuntere die Beteiligten, sich an einen Tisch zu setzen "und die Differenzen anzusprechen", sagte Tillerson. Es sei wichtig, dass der Golf-Kooperationsrat "geeint bleibe". Der Organisation gehören neben Katar, Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten auch der Oman und Kuwait an. Katar ist auch Teil der US-geführten Koalition im Kampf gegen die IS-Miliz.

Arabische Länder brechen Beziehungen zu Katar ab
S. Rossi, ARD Kairo
05.06.2017 11:43 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 05. Juni 2017 u.a. tagesschau24 um 09:00 Uhr und die tagesschau um 09:55 Uhr.

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