Gegner der Unabhängigkeit für Katalonien ziehen bei einer Demonstration durch die Straßen Barcelonas. | Bildquelle: dpa

Proteste gegen Abspaltung Kataloniens Unabhängigkeit - Nein Danke!

Stand: 07.10.2017 10:18 Uhr

Das Ergebnis des Referendums über eine Unabhängigkeit Kataloniens war eindeutig: 90 Prozent der Wähler stimmten laut Regionalregierung dafür. Doch längst nicht alle Einwohner sind für die Abspaltung. Am Wochenende wollen sie gegen eine Trennung von Spanien demonstrieren.

Der Streit um ein unabhängiges Katalonien spaltet nicht nur die Zentralregierung in Madrid und die katalonische Regionalregierung. Auch innerhalb der Bevölkerung stehen sich Befürworter und Gegner einer Abspaltung der spanischen Region gegenüber. Am Wochenende sollen in mehreren Städten des Landes Demonstrationen gegen den Schritt in die Unabhängigkeit stattfinden.

So sind in Madrid und Barcelona Protestaktionen angekündigt. Bereits am Donnerstag waren in beiden Städten zahlreiche Menschen gegen ein unabhängiges Katalonien auf die Straße gegangen.

Zentralregierung lehnt Vermittler ab

Die spanische Zentralregierung lehnt ein unabhängiges Katalonien vehement ab. Den Vorschlag der Regionalregierung, den Konflikt mithilfe eines internationalen Vermittlers zu lösen, erteilte der spanische Außenminister Alfonso Dastis im "Spiegel" eine Absage: Die spanische Regierung müsse den Rechtsstaat gegen eine Regionalregierung verteidigen, die einen Staatsstreich durchziehen will. Zudem zeigte er sich überzeugt, die EU werde sich in solche "inneren Angelegenheiten" eines ihrer Mitgliedsstaaten nicht einmischen.

Ursprung des Konfliktes in Katalonien liegt lange zurück
Morgenmagazin 05:30 Uhr, 06.10.2017, Sebastian Kisters, HR Madrid

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Erst gestern hatte Madrid die katalonische Regierung zum direkten Dialog aufgerufen. Dafür müsse die Regionalregierung allerdings ihre Unabhängigkeitsbestrebungen fallenlassen, sagte Regierungssprecher Íñigo Méndez de Vigo, der zugleich Kulturminister des Landes ist. "Für einen Dialog muss man innerhalb des rechtlichen Rahmens bleiben."

Am Dienstag will der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, vor dem Parlament in Barcelona Stellung zur "aktuellen politischen Lage" beziehen. Er habe diese Entscheidung getroffen, nachdem das Verfassungsgericht eine geplante Plenarsitzung am Montag untersagt hatte, berichteten spanische Medien unter Berufung auf Parlamentskreise. Ob Puigdemont plant, am Dienstag die Unabhängigkeit der Region auszurufen oder lediglich das weitere Vorgehen seiner Regierung vorstellen will, ist nicht bekannt.

Entschuldigung für Polizeigewalt

Nach Angaben der katalonischen Regionalregierung hatten am Sonntag knapp 90 Prozent der Wähler bei dem Referendum über eine Abspaltung für die Unabhängigkeit gestimmt. Von rund 5,3 Millionen wahlberechtigten Einwohnern hätten sich etwa 2,3 Millionen an der Abstimmung beteiligt. Die Zentralregierung hatte mit einem großen Polizeiaufgebot versucht, die Abstimmung zu verhindern. Polizisten schlossen Wahllokale, beschlagnahmten Abstimmungsunterlagen und hinderten Menschen mit Schlagstöcken und Gummigeschossen an der Stimmabgabe. Es gab fast 900 Verletzte.

Gestern hatte sich mit Enric Millo erstmals ein Vertreter der Zentralregierung für das brutale Vorgehen der Polizei entschuldigt. In einem Fernsehinterview sagte Millo, er bedauere das Vorgehen der Beamten und entschuldige sich in deren Namen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Oktober 2017 um 09:00 Uhr.

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