Ein Wahlhelfer wirft vor der Schließung der Wahllokale am 21.12.2017 in einem Wahllokal in Barcelona seine eigene Stimme in eine mit Wahlzetteln gefüllte Wahlurne. | Bildquelle: dpa

Regionalwahl in Katalonien Separatisten könnten Mehrheit verteidigen

Stand: 22.12.2017 00:24 Uhr

Katalonien hat abgestimmt. Seit 20.00 Uhr haben die Wahllokale geschlossen. Nach Auszählung von mehr als 93 Prozent der Stimmen zeichnet sich eine absolute Mehrheit für die Separatisten ab. Für den abgesetzten Regionalpräsidenten Puigdemont könnte es ein Comeback geben.

Bei der Parlaments-Neuwahl in der spanischen Konfliktregion Katalonien zeichnet sich immer deutlicher eine absolute Mehrheit der Separatisten ab. Nach Auszählung von mehr als 93 Prozent der Stimmen kommen die drei für eine Unabhängigkeit eintretenden Parteien zusammen auf 70 der insgesamt 135 Sitze des Parlaments in Barcelona, wie am späten Abend aus Veröffentlichungen der katalanischen Wahlbehörde hervorging. Für eine absolute Mehrheit reichen 68 Sitze.

Nach den vorläufigen Zahlen lag zwar die liberale Partei Ciudadanos der Spitzenkandidatin Inés Arrimadas mit 35 Sitzen vorne. Die 36-jährige Gegnerin einer Abspaltung der Region von Spanien hat allerdings aufgrund des schlechten Abschneidens ihrer möglichen Koalitionspartner laut Beobachtern keine Chance auf eine Regierungsbildung.

Dafür könnte es eine Comeback des Ende Oktober abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont geben. Puigdemonts separatistische Allianz JuntsxCat (Gemeinsam für Katalonien) lag mit 34 Sitzen vorerst an zweiter Stelle. Umfragen vor der Wahl hatten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gegnern und Befürwortern einer Abspaltung von Spanien hingedeutet.

Keine größeren Zwischenfälle

Der Tag verlief ohne größeren Zwischenfälle; vor vielen Wahllokalen hatten sich Schlangen gebildet. Für Katalonien ist die Wahl richtungsweisend: Sollten die separatistischen Parteien tatsächlich erneut auf eine absolute Mehrheit der Sitze kommen, würden sie ihre Unabhängigkeitsbestrebungen und den Konfrontationskurs zur Zentralregierung in Madrid vermutlich fortsetzen.

Die Zentralregierung hatte nach einem Unabhängigkeitsbeschluss des Parlaments in Barcelona Ende Oktober die Separatisten entmachtet und die Kontrolle in der Region übernommen. Die Zwangsverwaltung soll in dem Moment enden, in dem eine neue Regionalregierung ihr Amt antritt. Dies könnte aber im Falle von langwierigen und schwierigen Koalitionsverhandlungen Wochen oder sogar Monate dauern.

Katalanen wählen Regionalparlament neu
tagesthemen 23:25 Uhr, 21.12.2017, N. Bachmayer/S. Kisters, ARD Madrid

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 21. Dezember 2017 um 23:25 Uhr.

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