Studenten halten Plakate für das Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens an eine Wand. | Bildquelle: AP

Unabhängigkeitsreferendum Katz-und-Maus-Spiel in Katalonien

Stand: 29.09.2017 19:52 Uhr

Vor dem geplanten Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens schickt Madrid 10.000 zusätzliche Polizisten und will so die Abstimmung verhindern. Die Katalanen wollen notfalls in Krankenhäusern abstimmen. Das Auswärtige Amt warnt vor "Eskalationen".

Ungeachtet des massiven Drucks aus Madrid will die katalanische Regionalregierung ihr umstrittenes Referendum über die Loslösung von Spanien durchführen. Am Sonntag würden mehr als 2300 Wahlbüros geöffnet, kündigte ein Sprecher an. Insgesamt sind mehr als 5,3 Millionen Katalanen aufgerufen, über die Abspaltung der wirtschaftsstarken Region abzustimmen.

Wahlurne für das Referendum in Katalonien am Sonntag | Bildquelle: REUTERS
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Wahlurne für das Referendum in Katalonien.

Doch weil die Polizei alle Wahllokale schließen will, will die Regionalregierung die Bürger in Gesundheitszentren und Krankenhäusern abstimmen lassen - Orte, die die Polizei nicht schließen kann. Einige Krankenhäuser haben sich schon bereit erklärt, Wahlurnen in ihren Räumen aufzustellen. Die Organisatoren des Referendums haben heute die Wahlurnen für Sonntag präsentiert: Sie sind aus Plastik, auf der Seite ist ein Stempel der Regionalregierung.

Madrid schickt 10.000 zusätzliche Polizisten

Angesichts der verworrenen Lage wagt niemand vorherzusagen, was am Wahltag passieren wird. Madrid hat 10.000 zusätzliche Sicherheitskräfte in die Region entsandt, darunter auch die bei vielen Katalanen verhasste paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte Urlauber vor einer möglichen "Eskalation". Vor allem in Barcelona könne es Demonstrationen geben. In einem aktualisierten Reisehinweis erging die Empfehlung, "die lokalen Medien zu verfolgen, größere Menschenansammlungen in dieser Zeit zu meiden und den Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten".

Katalonien vor dem Referendum
nachtmagazin 1:00 Uhr, 30.09.2017, Stefan Schaaf, ARD Madrid, zzt. Barcelona

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Ausgang des Referendums ungewiss

Gegen den Willen der spanischen Zentralregierung und ungeachtet eines Verbots des Verfassungsgerichts hatte das katalanischen Regionalparlament Anfang September ein Gesetz verabschiedet, das den Weg für das Unabhängigkeitsreferendum freimachte. Seitdem eskaliert die Krise zwischen Madrid und den katalanischen Nationalisten in Barcelona.

Laut der spanischen Verfassung kann nur die Zentralregierung ein Referendum über die Souveränität einer Region ansetzen. Eine Mehrheit der Bewohner von Katalonien wünscht sich laut Umfragen ein legales Referendum, ist aber über eine Unabhängigkeit der Region tief gespalten.

Nach den Worten des katalanischen Vize-Regierungschefs Oriol Junqueras wollen mehr als 60 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben - selbst wenn die Polizei Wahllokale versperrt. Das hätten Umfragen ergeben.

Eine riesige katalanische Flagge wird von Menschen getragen. | Bildquelle: AFP
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Seit Tagen wird in Barcelona für eine Unabhängigkeit der wirtschaftsstarken Region demonstriert. Dennoch ist der Ausgang des Referendums ungewiss.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. September 2017 um 16:00 Uhr.

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