In Barcelona demonstrieren Tausende für die Einheit Spaniens.  | Bildquelle: REUTERS

Katalonien "Viva España" in Barcelona

Stand: 29.10.2017 13:53 Uhr

Für Spanien, für die Einheit des Landes: In Barcelona sind Hunderttausende Menschen gegen die Unabhängigkeit Kataloniens auf die Straße gegangen. Auch neue Umfragen geben ihnen Auftrieb - demnach verlieren die Separatisten bei der Wahl Ende Dezember ihre Mehrheit im Parlament.

Die Separatisten sind politisch entmachtet, in Katalonien regiert nun Madrid. Die Regionalregierung um Carles Puigdemont will trotz ihrer Absetzung weitermachen, doch wieviel Rückhalt hat sie wirklich in der Region? Seit dem Mittag sind Hunderttausende in Barcelona auf der Straße, um für die Einheit des Landes zu demonstrieren. Die Organisatoren sprachen von "mehr als einer Million Teilnehmern", die Polizei von 300.000 Menschen.

Hunderttausende demonstrieren für Einheit Spaniens
tagesschau 20:00 Uhr, 29.10.2017, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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Bei ihrem Marsch durch das Zentrum der katalanischen Hauptstadt skandierten sie unter anderem "Viva España", "Ich bin Spanier" oder "Barcelona gehört zu Spanien". Sie forderten auch die Festnahme Puigdemonts. Zu der Kundgebung hatte die prospanische Sociedad Civil Catalana (SCC) unter dem Motto "Wir sind alle Katalonien!" aufgerufen.

Der Vorsitzende der SCC, Alex Ramos, sagte vor Beginn der Demonstration: "Wir haben uns spät organisiert, aber wir sind hier, um zu zeigen, dass die Mehrheit der Katalanen nicht länger schweigt und sich nicht länger zum Schweigen bringen lässt."

Prospanischer Protest in Barcelona | Bildquelle: AP
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Prospanischer Protest in Barcelona

In der Tat war bislang die Lobby in der Region für eine Abspaltung von Spanien lauter und energischer darin, ihre Forderungen kund zu tun. Immer wieder mobilisierte sie Zehntausende Menschen.

Separatisten verlieren in Wählergunst

Doch auch neue Umfragen geben der prospanischen Bewegung Auftrieb. Bei der Neuwahl am 21. Dezember müssen die Separatisten demnach mit einem Verlust der Mehrheit im Regionalparlament in Barcelona rechnen. Bei einem Urnengang zum jetzigen Zeitpunkt würden die drei nach Unabhängigkeit der spanischen Region strebenden Parteien zusammen auf höchstens 42,5 Prozent der Stimmen und damit 65 Sitze kommen. Für die absolute Mehrheit sind mindestens 68 Sitze nötig. Durchgeführt wurde die Umfrage vom angesehenen Forschungsinstitut Sigma Dos im Auftrag der Madrider Zeitung "El Mundo". 

Unklar ist, ob sich auch Puigdemont wieder zur Wahl stellt beziehungsweise stellen kann. In einem Interview sagte Spaniens Außenminister Alfonso María Dastis Quecedo, der abgesetzte katalanische Regionalpräsident könnte "theoretisch" durchaus bei der Neuwahl am 21. Dezember kandidieren - sofern er da "nicht um Gefängnis" ist.

Die Regierung in Madrid hatte die autonome Gemeinschaft Katalonien am Samstag unter Zwangsverwaltung gestellt, nachdem Puidgemont verfassungsgwidrig die Unabhängigkeit ausgerufen hatte. Ministerpräsident Mariano Rajoy beauftragte seine Vize Soraya Sáenz de Santamaría mit der Übernahme der täglichen Amtsgeschäfte in der Region.

Die abgesetzte Regionalregierung und Präsident Puigdemont erkennen ihre Entmachtung jedoch nicht an. Puigdemont "ist und wird Präsident des Landes bleiben", er weise den "Staatsstreich" Madrids zurück, schrieb Vizepräsident Oriol Junqueras in einem Beitrag für die katalanische Zeitung "El Punt Avui". Der Beitrag ist mit "Vizepräsident der Regierung Kataloniens" unterzeichnet. Puigdemont hatte zuvor die Katalanen zum "demokratischen Widerstand" gegen die Zwangsverwaltung durch die Zentralregierung in Madrid aufgerufen.

Dem 54-Jährigen droht die Verhaftung. Die spanische Generalstaatsanwaltschaft kündigte ein Verfahren gegen Puigdemont wegen "Rebellion" an. Die Behörde wird demnach in den kommenden Tagen Anklage erheben. Auf "Rebellion" steht eine Höchststrafe von 30 Jahren Haft. Puigdemont sprach gegenüber AFP von einer "verrückten" Drohung. Voraussetzung für eine Anklage wegen Rebellion sei ein "gewalttätiger öffentlicher Aufstand".

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"Viva España" in Barcelona

Für Spanien, für die Einheit des Landes: In Barcelona sind Hunderttausende Menschen gegen die Unabhängigkeit Kataloniens auf die Straße gegangen.

In der katalanischen Regionalhauptstadt Barcelona haben am Sonntag Hunderttausende Menschen gegen die Abspaltung von Spanien protestiert. | Bildquelle: REUTERS

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Oktober 2017 um 14:00 Uhr.

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