Zwei Soldaten in Indien | Bildquelle: dpa

Konflikt zwischen Indien und Pakistan Ein altbekanntes Muster

Stand: 02.01.2016 14:34 Uhr

Der Anschlag auf den indischen Stützpunkt folgt einer blutigen Routine: Jede Annäherung zwischen Indien und Pakistan wird von Extremisten gezielt sabotiert. Dabei werfen sich die Regierungen vor, Terroristen im jeweils anderen Land zu unterstützen.

Von Sandra Petersmann, ARD-Studio Neu-Delhi

Der Angriff auf die Luftwaffenbasis in Pathankot an der indisch-pakistanischen Grenze spiegelt ein bekanntes Muster wider. Immer dann, wenn sich die beiden verfeindeten Atommächte Indien und Pakistan politisch aufeinander zubewegen, und seien es auch nur ein paar symbolische Millimeter, machen die Gegner des Friedensprozesses auf sich aufmerksam - durch Terroranschläge.

Eine Woche nach Annäherungsversuch

In diesem Fall schlugen die Angreifer rund eine Woche nach einem für viele überraschenden Treffen zwischen Indiens Premierminister Narendra Modi und seinem Amtskollegen Nawaz Sharif in der pakistanischen Metropole Lahore zu. Dort hatten die beiden Schritte der Annäherung diskutiert. Es war der erste Besuch eines indischen Regierungschefs im muslimischen Nachbarland seit fast zwölf Jahren.

Doch nach dem Anschlag reden in Indien nicht viele über Diplomatie. Stattdessen traf sich die militärische Führung in Neu-Delhi zu einer Krisensitzung. Im nordindischen Bundesstaat Punjab, in dem die angegriffene Luftwaffenbasis Pathankot liegt, gilt die höchste Sicherheitsstufe.

Zahlreiche Kriege

Indien und Pakistan sind aus dem ehemaligen britischen Kolonialreich in Südasien hervorgegangen. Beide Länder beanspruchen die geteilte Himalaya-Region Kaschmir - nördlich von Punjab gelegen - für sich und haben seit ihrer Unabhängigkeit 1947 schon vier Kriege gegeneinander geführt.

Indien und Pakistan beschuldigen sich gegenseitig, Terroristen und Separatisten im jeweils anderen Land zu unterstützen. Die Grenze zwischen den beiden Ländern ist hoch militarisiert. Beide Länder leisten sich aufgeblähte Armeen, die eine große finanzielle Belastung sind. In beiden Ländern sterben Kinder an Hunger und mangelnder medizinischer Versorgung. Beide geben deutlich mehr für Rüstung als für Bildung aus. In Pakistan entscheidet die Armeeführung maßgeblich über Außenpolitik und über den Kampf gegen den Terror - das Land war die längste Zeit seiner Geschichte eine Militärdiktatur.

Indien - Angriff auf Luftwaffenstützpunkt
S. Petersmann, ARD Neu-Delhi
02.01.2016 14:33 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 02. Januar 2016 um 15:07 Uhr auf NDR Info.

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