Blumen, Kerzen und Plüschbären in Schnee - für die Opfer des Amoklaufs in Kanada | Bildquelle: AP

Kanadas Polizei benennt Tatverdächtigen Teenager soll Todesschütze sein

Stand: 24.01.2016 09:14 Uhr

Zwei erschossene High-School-Lehrer, zwei tote Brüder und eine ganze Gemeinde unter Schock. Die Festnahme eines Verdächtigen erfolgte kurz nach der Tat im kanadischen La Loche. Nun gab die Polizei bekannt, dass es sich um einen 17-Jährigen handelt. Sein Motiv ist noch unklar.

Ein 17 Jahre alter Jugendlicher soll für die tödlichen Schüssen in einem Haus und an einer Schule in Kanada verantwortlich sein. Einen Tag nach dem Amoklauf gab die Polizei bekannt, dass er des Mordes beschuldigt sei. Konkret werden dem festgenommenen Teenager vierfacher Mord, versuchter Mord in sieben Fällen und unerlaubter Schusswaffenbesitz zur Last gelegt. Unklar ist noch das Tatmotiv. Erwartet wird, dass der Jugendliche kommende Woche erstmals vor Gericht erscheinen muss.

In der Kleinstadt La Loche im Norden der kanadischen Provinz Saskatchewan waren am Freitagmittag (Ortszeit) vier Menschen erschossen und sieben weitere verletzt worden. Eine 21-jährige Lehrerin und ein 35 Jahre alter Kollege wurden tot in der Schule gefunden. Später entdeckten Polizisten in einem nahe gelegenen Haus die Leichen von zwei 13 und 17 Jahre alten Brüdern. Inwiefern eine persönliche Verbindung zu dem Täter besteht, ist noch unklar.

Das Dene Highschool Gebäude der La Loche Community School. | Bildquelle: dpa
galerie

Das Dene Highschool Gebäude der La Loche Community School.

Der Sender CBC veröffentlichte ein Statement von Polizeichef Grant St. Germaine, in dem er die dramatischen Minuten nach der Alarmierung der Sicherheitskräfte durch Augenzeugen schilderte: Mehrere Polizisten verfolgten demnach den mutmaßlichen Täter minutenlang durch das Schulgebäude, bevor er sich schließlich ergab. Bei der Festnahme habe er eine geladene Schusswaffe bei sich getragen.

Die 2600 Einwohner zählende, abgelegene Ortschaft La Loche liegt in der kanadischen Taiga im Zentrum des Landes gut 400 Kilometer nordöstlich von Edmonton. Die betroffene Schule besuchen etwa 900 Schüler vom Vorschulalter bis zur zwölften Klasse. Zum Zeitpunkt der Tat befanden sich nach Polizeiangaben rund 150 Schüler und Angestellte in der High School.

Trudeau: "Schlimmster Albtraum aller Eltern"

Kanadas Premierminister Justin Trudeau | Bildquelle: REUTERS
galerie

Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach von einem "schrecklichen, tragischen Tag".

Kanadas Regierungschef Justin Trudeau sprach vom "schlimmsten Albtraum aller Eltern" und von einem "tragischen Tag". Im Vergleich zu den USA sind Amokläufe in Kanada selten - und auch die Waffengesetze sind im Unterschied zum Nachbarland streng. Trudeau kündigte dennoch deren Überprüfung an.

Es war die schwerste Straftat an einer Schule in Kanada seit 26 Jahren. Im Dezember 1989 hatte ein junger Mann in der Polytechnischen Hochschule von Montréal 14 Menschen und sich selbst getötet. Im August 1992 gab es an der Concordia-Universität in Montréal eine Schießerei mit vier Toten.

Darstellung: