Viele historische Kulturgüter in Palmyra sind bereits zerstört. (Archivbild vom 29. März 2016) | Bildquelle: dpa

Krieg in Syrien Kampf um Palmyra

Stand: 11.12.2016 13:17 Uhr

Unterstützt von russischen Luftangriffen versuchen syrische Regierungstruppen, die antike Oasenstadt Palmyra wieder von der IS-Terrormiliz zurückzuerobern. Wer derzeit die Kontrolle über die Stadt hat, ist unklar.

Syrische Regierungstruppen und die IS-Terrormiliz liefern sich heftige Gefechte um die historische Oasenstadt Palmyra. Wer derzeit die Kontrolle über die Stadt hat, ist unklar. Unabhängige Beobachter vor Ort gibt es nicht.

Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte konnten die Terroristen erneut die Kontrolle über Palmyra übernehmen. Die Truppen von Staatschef Bashar al Assad hätten sich zurückgezogen. Zuvor hatten die Aktivisten berichtet, dass heftige russische Luftangriffe auf die Terrormiliz IS die Dschihadisten vertrieben hätten. Russland unterstützt Präsident Assad politisch und militärisch.

"Trotz der anhaltenden Luftangriffe hat der IS ganz Palmyra wieder zurückerobert", sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die den syrischen Rebellen nahestehende Organisation mit Sitz in Großbritannien beruft sich auf Informanten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen. Auch das IS-Sprachrohr Amaq berichtete, die Dschihadisten hätten die antike Wüstenstadt wieder vollständig unter ihrer Kontrolle.

IS nutzt Kampf um Aleppo aus

Erst gestern waren IS-Kämpfer wieder in Palmyra einmarschiert. Der Kampf um Palmyra dauert schon mehr als ein Jahr. Erst im März hatten syrische Regierungstruppen Palmyra mit russischer Luftunterstützung nach fast einjähriger Kontrolle vom IS zurückerobert. Es war einer der wichtigsten Erfolge der syrischen Armee im Kampf gegen den IS. Dass die Dschihadisten bei Palmyra nun wieder vorrückten, hängt Beobachtern zufolge mit dem Kampf um Aleppo zusammen - der Krieg dort bindet viele militärische Kräfte der syrischen Armee. Das will sich der IS offenbar zunutze machen.

Während ihrer Herrschaft über die Stadt hatten die Dschihadisten zahlreiche einzigartige historische Kulturgüter aus den ersten Jahrhunderten nach Christus zerstört. Die Ruinen der früheren Handelsmetropole gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Zerstörungen hatten international Entsetzen ausgelöst.

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Dezember 2016 um 20:00 Uhr.

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