Das Ausmaß der Zerstörung in der Kirche | Bildquelle: dpa

Koptische Christen in Kairo IS bekennt sich zu Anschlag auf Kirche

Stand: 13.12.2016 21:46 Uhr

Es war einer der schwersten Anschläge in Ägyptens Hauptstadt Kairo: Bei dem Bombenattentat auf eine koptische Kirche kamen am Sonntag 25 Menschen ums Leben. Nun hat sich die Terrormiliz IS zu der Tat bekannt.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat sich zu dem Selbstmordanschlag auf eine koptische Kirche in Kairo bekannt. In der Stellungnahme des IS hieß es, ein Mann namens Abu Abdallah al-Masri habe sich mit einem Bombengürtel in der Kirche in die Luft gejagt. Zugleich drohte die Dschihadistengruppe auf ihrem Internetauftritt "Amak" mit weiteren Anschlägen: "Alle Ungläubigen" sollten wissen, dass "der Krieg weitergehe".

Bei dem Attentat am Sonntag waren 25 Menschen getötet worden. Weitere 49 wurden verletzt. Der Anschlag hatte sich in der koptischen Kirche Sankt Peter und Paul nahe der bekannten koptischen Markus-Kathedrale ereignet.

Die meisten Opfer waren Frauen

Die meisten der Opfer des Anschlags waren Frauen. Aus Sicherheitskreisen erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, dass unter den Toten auch mindestens sechs Kinder sind. Ein etwa zwölf Kilogramm schwerer Sprengsatz sei in einem Seitentrakt explodiert, der Frauen vorbehalten sei. Orthodoxe Kopten sind die größte christliche Religionsgemeinschaft im Nahen Osten. Sie stellen etwa zehn Prozent der rund 90 Millionen Einwohner Ägyptens.

Am Montag bezeichnete das ägyptische Innenministerium führende Vertreter der verbotenen Muslimbruderschaft als Drahtzieher. Die Muslimbrüder bestritten eine Beteiligung an der Tat. Dschihadistengruppen werfen den Kopten in Ägypten vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi Mitte 2013 unterstützt zu haben.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Dezember 2016 um 22:25 Uhr.

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