Das Ausmaß der Zerstörung in der Kirche | Bildquelle: dpa

Anschlag auf Kirche in Kairo "Gegen Christen und Muslime gleichermaßen"

Stand: 11.12.2016 16:57 Uhr

Die Explosion ereignete sich in einer Kapelle mitten in Kairo - und es gibt keine Zweifel, dass es ein Anschlag war. Der habe sich gegen Christen und Muslime gleichermaßen gerichtet, betonte Präsident Sisi.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Die Sankt-Markus-Kathedrale mitten in Kairo ist das Zentrum der koptischen Kirche in Ägypten. Ein wuchtiger Bau, Ende der 60er-Jahre geweiht. Hier hat das Kirchenoberhaupt, Papst Tawadros der Zweite, seinen Sitz. Im Fernsehen schilderte Armani, ein Augenzeuge, wie er den Anschlag auf die Kathedrale erlebte:

"Ich kam zur Sonntagsmesse um zehn. Ich hörte eine heftige Explosion. Fenster barsten, Menschen rannten davon, ich auch. Ich habe dann sehr viele Tote gesehen, die meisten Frauen, denn die Explosion war auf der Seite, wo die Frauen sitzen. Tote und Verletzte lagen auf dem Boden, überall an den Wänden Blut. Katastrophal. Wirklich unglaublich, was passiert ist."

Anschlag auf koptische Kirche in Ägypten
tagesschau 20:00 Uhr, 11.12.2016, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Bombe offenbar vor dem Gottesdienst deponiert

Die Explosion ereignete sich in einem Seitengebäude, in der Kirche Sankt Peter und Paul. Sie steht direkt an der Außenwand der Kathedrale. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur wurde der Sprengsatz - zwölf Kilogramm TNT - vor Beginn des Gottesdienstes dort deponiert.

Etwa jeder zehnte Ägypter ist koptischer Christ. Alles in allem klappt das tägliche Miteinander zwischen muslimischer Mehrheit und christlicher Minderheit gut, auch wenn es immer wieder Spannungen gibt und Christen Diskriminierung beklagen.

Polizisten vor der Kathedrale | Bildquelle: REUTERS
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Die Kirche ist ein wuchtiger 60er-Jahre-Bau im Zentrum von Kairo.

Seit der Explosion am Vormittag kamen in den ägyptischen Medien immer wieder Menschen zu Wort, die die gesellschaftliche Einheit betonten. So betont der Großmufti Shawki Allam, dass der Anschlag allen Ägyptern gegolten habe: "Diese Taten stärken die Liebe und die Beziehungen zwischen den Muslimen und den Christen. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Ägyptern, alle sind gleich. Was passierte - wir sind alle traurig darüber."

Drei Tage Staatstrauer

Das Attentat in Kairo ist das schlimmste auf eine Kirche in Ägypten seit 2011. Damals kamen am Neujahrstag mehr als 20 Menschen ums Leben, als eine Bombe in einer Kirche in Alexandria explodierte.

Eine Nonne steht fassungslos in der zerstörten Kirche. | Bildquelle: dpa
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Eine Nonne steht fassungslos in der zerstörten Kirche.

Eigentlich hatte sich die Sicherheitslage im Land während der vergangenen Monate deutlich verbessert. Doch dann gab es am vergangenen Freitag zwei Sprengstoffanschläge, mit insgesamt sieben Toten. Dass daraus nun eine neue Bombenserie zu werden scheint, ist ein deutlicher Rückschlag für die Regierung. Sie bekämpft zum einen radikale Islamisten auf der Sinai-Halbinsel, die dem IS ihre Loyalität geschworen haben.

Zum anderen hat sie es mit militanten Gefolgsleuten der Muslimbruderschaft zu tun, die nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 in den Untergrund gegangen sind.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi rief eine dreitägige Staatstrauer aus. In einer Stellungnahme schrieb er, dieser abscheuliche Terrorakt habe sich "gegen Christen und Muslime gleichermaßen" gerichtet. Ägypten werde daraus jedoch gestärkt hervorgehen, so Sisi.

Zahlreiche Tote bei Attentat in Kairo
C. Kühntopp, ARD Kairo
11.12.2016 17:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Dezember 2016 um 17:15 Uhr.

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