Die zerstörte Botschaft in Kabul | Bildquelle: AP

Deutsche Botschaft getroffen Mindestens 90 Tote bei Anschlag in Kabul

Stand: 01.06.2017 00:55 Uhr

Der verheerende Anschlag in Kabul mit Dutzenden Toten hat auch die deutsche Botschaft getroffen. Ein afghanischer Wachmann wurde getötet, Bedienstete der Vertretung wurden verletzt. Die Taliban streiten eine Beteiligung ab.

Bei einem der schwersten Anschläge in der afghanischen Hauptstadt Kabul seit Jahren ist auch die deutsche Botschaft massiv beschädigt worden. Ein afghanischer Wachmann der Botschaft wurde getötet, wie Außenminister Sigmar Gabriel mitteilte. Mehrere Bedienste sind verletzt. Inzwischen befinden sich alle Mitarbeiter in Sicherheit.

Gabriel verurteilte die Bluttat aufs Schärfste. "Unsere Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Opfer." Zugleich betonte er: "Solche Anschläge ändern nichts an unserer Entschlossenheit, die afghanische Regierung bei der Stabilisierung des Landes weiter zu unterstützen."

Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich bestürzt: "Meine Gedanken und meine Anteilnahme gelten den Opfern dieses Anschlags und ihren Familien", sagte sie. "In Momenten wie diesen wird uns einmal mehr klar: Der Terrorismus kennt keine Grenzen. Er zielt auf uns alle - ob in Manchester oder Berlin, Paris, Istanbul, Sankt Petersburg oder heute Kabul."

Mindestens 90 Tote bei Anschlag im Regierungsviertel von Kabul
tagesthemen 22:15 Uhr, 31.05.2017, Peter Gerhardt, ARD Neu-Delhi

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Schwere Schäden an der Botschaft

Am Morgen war das Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul von einer schweren Explosion erschüttert worden. Bei der Detonation einer Autobombe wurden nach Angaben der afghanischen Regierung insgesamt mindestens 90 Menschen getötet und mehr als 400 verletzt.

An der Frontseite der deutschen Botschaft wurden unter anderem zahlreiche Fenster eingedrückt, wie Fotos vom Tatort zeigen. Die Vertretung ist durch hohe Sprengschutzmauern gesichert, sie wurde aber bisherigen Informationen zufolge schwer beschädigt. In dem Gebäude haben auch der Botschafter und sein Stellvertreter ihre Büros. Die Botschaft befindet sich etwa 300 Meter vom Ort der Explosion entfernt. Ob sie das Ziel des Anschlags war, ist noch unklar. Neben der deutschen diplomatischen Vertretung liegen in dem Viertel auch viele andere Botschaften, das NATO-Hauptquartier und afghanische Ministerien.

Bombe im Tankwagen

Offenbar war die Bombe in einem Wassertankwagen versteckt und wurde dann zur Explosion gebracht. Das afghanische Innenministerium geht von einem Selbstmordanschlag aus. Die Wucht der Detonation habe mindestens 30 Fahrzeuge zerstört, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Afghanische Medien berichten von schweren Schäden an Gebäuden.

Eine Rauchsäule nach einer Explosion in der afghanischen Hauptstadt Kabul. | Bildquelle: AFP
galerie

Eine riesige Rauchsäule ist über den Straßen von Kabul nach der Explosion zu sehen.

Bisherigen Berichten zufolge sind viele Mitarbeiter des afghanischen Telekommunikationsanbieters Roshan unter den Opfern. Sie waren auf dem Weg in ihre Büros. Der Sitz der Firma befindet sich direkt am Anschlagsort. In den vergangenen Tagen hatte es Sicherheitswarnungen gegeben. Ausländer in Kabul wurden aufgefordert, ihre Unterkünfte nicht zu verlassen.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani verurteilte die Tat scharf. Selbst im heiligen Fastenmonat Ramadan, "dem Monat der Güte, der Segnung und des Gebets" schreckten die Terroristen nicht davor zurück, Unschuldige zu töten, hieß es in einer vom Büro Ghanis veröffentlichten Erklärung.

Taliban weisen Verantwortung zurück

Die afghanischen Taliban wiesen eine Beteiligung an dem Anschlag zurück. Die Explosion habe "nichts mit den Mudschahedin des Islamischen Emirats zu tun", erklärte ein Sprecher unter Verwendung des Eigennamens der Aufständischen. Die Gruppierung sei daran nicht beteiligt gewesen und lehne "jede Explosion und jeden Angriff gegen Zivilisten" ab.

Viele Tote bei schwerer Explosion in Kabul (unkommentiert)
31.05.2017

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Frühjahrsoffensive der Taliban

Es ist der achte schwere Anschlag in Kabul seit Jahresbeginn. Hunderte Menschen sind bei diesen Anschlägen der radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz "Islamischer Staat" getötet oder verletzt worden.

Im März hatten Angreifer ein Militärkrankenhaus in Kabul gestürmt und mindestens 38 Menschen getötet. Mehr als 70 weitere Patienten, Ärzte und Pfleger wurden bei dem Angriff auf Afghanistans größtes Militärhospital verletzt. Ende April hatten die Taliban ihre jährliche "Frühjahrsoffensive" gestartet und ihre Angriffe verschärft.

Anfang Mai waren bei einem Sprengstoffanschlag auf ausländische Soldaten mindestens acht Menschen getötet worden. Der "Islamische Staat" reklamierte die Tat für sich.

Mit Informationen von Jürgen Webermann, ARD-Studio Neu-Delhi

Viele Tote und Verletzte bei Explosion in Kabul
J. Webermann, ARD Neu-Delhi
31.05.2017 10:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 31. Mai 2017 tagesschau24 um 09:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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