Bild der Raumsonde "Juno" vom Jupiter | Bildquelle: AFP

Neue NASA-Erkenntnisse Riesenstürme auf dem Jupiter

Stand: 26.05.2017 15:22 Uhr

Mehrere Jahre brauchte die Raumsonde "Juno" bis zum Jupiter. Bilder ihrer ersten Überflüge zeigen: Auf dem Planeten ist mächtig was los. An den Polen des Riesenplaneten toben Wirbelstürme mit bis zu 1400 Kilometern Durchmesser.

Die US-Raumfahrtbehörde präsentiert überraschende neue Erkenntnisse vom größten Planeten des Sonnensystems: Auf dem Jupiter toben laut NASA mächtige Stürme, die möglicherweise sogar Schnee oder Hagel bringen. Aufnahmen der Raumsonde "Juno", die seit vergangenem Jahr den Planeten umkreist, werfen das bisherige Wissen über den Gasriesen weitgehend über den Haufen, teilen die Forscher in einer Erklärung mit.

"Da passiert so viel, das wir nicht erwartet haben", sagte Scott Bolton, Chefwissenschaftler der "Juno"-Mission. Es entwickele sich das Bild von einem "ganz neuen Jupiter". Der Planet sei eine "komplexe, gigantische, turbulente Welt", heißt es in der Mitteilung weiter. Auf mehreren Seiten in den renommierten Wissenschaftsmagazinen "Science" und "Geophysical Research Letters" beschreiben die Forscher zudem eine Fülle von Phänomenen, die sie seit der Jupiter-Umrundung entdeckten.

Bilder der Raumsonde "Juno" vom Nord- und Südpol des Jupiter. | Bildquelle: dpa
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Diese Bilder der Raumsonde "Juno" zeigen den Nord- und den Südpol des Jupiter.

Nächste Station - "Roter Fleck"

Der Blick auf die Planeten-Pole brachte demnach Dutzende, dichte Wirbelstürme mit Durchmessern von bis zu 1400 Kilometern zum Vorschein: "Eine chaotische Szenerie heller, ovaler Merkmale". Zudem stießen die Wissenschaftler auf "Anzeichen für Ammoniak, das aus der tiefen Atmosphäre hervorquillt und gigantische Wettersysteme bildet".

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"Juno" lieferte auch Daten zum Magnetfeld des Jupiter. So stellte sich heraus, dass der Riese keinen klar abgrenzbaren, sondern einen unscharfen Kern hat, wie Bolton sagte. Das Magnetfeld erwies sich demnach als deutlich stärker als erwartet - zehn Mal so stark wie das der Erde.

Die vom Sonnenlicht getriebene "Juno"-Sonde umkreist den Jupiter auf einer elliptischen Bahn. Bei der nächsten Annäherung werde sie über eine der bekanntesten Stellen des Planeten hinwegfliegen: Eine, die laut NASA "jedes Schulkind kennt - Jupiters großen Roten Fleck". Die 1,1 Milliarden Dollar (knapp eine Milliarde Euro) teure Mission endet im Februar kommenden Jahres. Start war im Jahr 2011.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 26. Mai 2017 um 11:38 Uhr.

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