Der Big Ben in London | Bildquelle: REUTERS

Britische Parlamentswahlen Die Jungen haben die Wahl - und die Qual

Stand: 07.06.2017 14:15 Uhr

Beim Brexit-Votum sind viele junge britische Wähler Zuhause geblieben - und haben es anschließend bitter bereut. Auch bei den Parlamentswahl hängt viel von ihnen ab. Gehen sie diesmal tatsächlich zur Wahlurne, könnte es für May gefährlich werden.

Von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

Grace Campbell legt sich ins Zeug: Beim "Democracy Café", einer Diskussionsrunde mit jungen Wählern in London, ruft sie dazu auf, sich politisch zu engagieren, am 8. Juni wenigstens ihre Stimme abzugeben. Gerade jetzt, gerade bei dieser Wahl - ein Jahr nach dem Brexit-Votum - sollten die Jungen Flagge zeigen, meint die Filmstudentin: "Der Brexit wird seinen Tribut erst in zehn oder 15 Jahren fordern - dann sind viele derjenigen, die für den EU-Austritt gestimmt haben, längst tot! Wir dagegen müssen in der Zukunft mit den Konsequenzen leben und unsere Kinder und Enkelkinder noch mehr."

Wahlkampfabschluss in Großbritannien
tagesschau 20:00 Uhr, 07.06.2017, Hanni Hüsch, ARD London

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Jeremy Corbyn, der Spitzenkandidat der britischen Labour Partei | Bildquelle: AFP
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Corbyn im Wahlkampf-Endspurt in London

Den Brexit allgemein, aber erst recht den radikalen Brexit von Tory-Premierministerin Theresa May, findet die 23-Jährige katastrophal. Sie ist die Tochter von Alastair Campbell, einst "Spin Doctor" von Ex-Premier Tony Blair. Wie ihr Vater ist die Studentin kein Fan von Parteichef und Spitzenkandidat Jeremy Corbyn; trotzdem will sie für die Labour-Party stimmen.

So wie auch die 24-jährige Muslimin Aqeelah aus Leicester. Sie glaube allerdings daran, dass Corbyn das Land führen könne. "Er ist erfrischend, er ist anders, er ist kein typischer Politiker. Und er steht für das, woran viele junge Menschen glauben."

Auswirkungen der Attentate auf die Wahl in Großbritannien
nachtmagazin 00:30 Uhr, 07.06.2017, Julie Kurz, ARD London

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Ein 68-Jähriger ist Hoffnungsträger der Jungen

Der 68-jährige Corbyn, ein Hoffnungsträger der Jungen? Es scheint so. Würden allein sie entscheiden, dann stünde wohl ein Machtwechsel bevor. Abschaffung der Studiengebühren von mehr als 10.000 Euro pro Jahr und bezahlbare Wohnungen, ein besserer öffentlicher Nahverkehr und ein höherer Mindestlohn: Das bewegt junge Briten vor dem Urnengang.

Auch Roman Menon, 19 Jahre jung, will Labour unterstützen. Die Einsparungen, die die Konservativen zu verantworten hätten, seien falsch, weil sie vor allem arme Menschen träfen. "Ich komme aus einem wohlhabenden Elternhaus, das will ich gar nicht verhehlen - aber mich bewegt das Schicksal anderer", so Menon. "Wenn mich das zu einem Champagner-Sozialisten macht, dann ist das eben so!" Der Politikstudent war und ist übrigens für den Brexit, weil er die EU für zu wenig demokratisch hält.

Benji, der beruflich Werbung für die Stadt London macht, findet den Brexit nicht schlimm. Früher hat er für die Grünen gestimmt, diesmal will der 24-Jährige jedoch sein Kreuz bei den Konservativen machen. Auch deshalb, weil May für ein globales Großbritannien eintrete. Dennoch ist Benji nicht mit allem einverstanden, was sie zum Brexit sagt: "Ich fände es zum Beispiel besser, wenn wir im europäischen Binnenmarkt bleiben - gerade für die Finanzindustrie hier in London wäre das wichtig."

Die Aufregung der ersten Wahl

Früher konnten Unis ihre Studenten en bloc für die Wahl registrieren, das geht heute nicht mehr. Traditionell ist auch in Großbritannien die Wahlbeteiligung bei den Jungen niedriger als bei den Alten. Für die Schülerin Jonelle Auuomoyi, die mitten in den Abi-Prüfungen steckt, ist diese Neuwahl eine Premiere: "Es ist schon aufregend, das erste Mal wählen zu dürfen". Wie aufregend, hängt allerdings sehr davon ab, wo man lebe, sagt sie. Ihr Wahlkreis sei nicht umkämpft, erzählt Auuomoyi. Er gehe so gut wie sicher an die Konservativen. "Wen ich wähle, ist also fast egal.“

Die 18-Jährige, die seit einigen Jahren im Londoner Jugendparlament sitzt, will trotzdem ihre Hausaufgaben machen: die Kandidaten vergleichen, die Wahlprogramme lesen - und sich erst dann entscheiden, wem sie ihre Stimme gibt.

Über dieses Thema berichtete am 07. Juni 2017 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 20:00 Uhr.

Korrespondentin

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Stephanie Pieper, RBB

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