Boris Johnson  | Bildquelle: REUTERS

Nach "Burka"-Äußerungen Johnson droht Disziplinarverfahren

Stand: 09.08.2018 15:13 Uhr

Großbritanniens Ex-Außenminister verglich vollverschleierte Frauen mit Briefkästen und Bankräubern. Jetzt droht Johnson Ärger: Er muss sich offenbar einem Disziplinarverfahren seiner Partei stellen.

Großbritanniens Ex-Außenminister Boris Johnson muss sich offenbar wegen umstrittener Äußerungen einem Disziplinarverfahren der Konservativen Partei stellen. Das berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Parteikreise. Im Extremfall droht ihm dabei der Ausschluss aus der Fraktion oder sogar aus der Partei.

Johnson steht seit Tagen in der Kritik, weil er Frauen mit Vollverschleierung in seiner wöchentlichen Kolumne im "Telegraph" mit Bankräubern und Briefkästen verglichen hatte. Ihm wird vorgeworfen, damit Stimmung gegen Muslime machen zu wollen und sich bei rechtskonservativen Wählern anzubiedern.

Selbst Premierministerin Theresa May schloss sich den Forderungen nach einer Entschuldigung an. "Ich glaube, wir sollten alle mit der Sprache und den Begriffen, die wir verwenden, sehr umsichtig sein", sagte May. Auch weitere konservative Parteikollegen Johnsons kritisierten seine Wortwahl.

Die britische Premierministerin beim Verlassen ihres Amtssitzes in der Londoner Downingstreet 10. | Bildquelle: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX
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Premierministerin May kritisierte die Wortwahl Johnsons.

Johnson lehnt Entschuldigung ab

Der Gründer des muslimischen Forums in der konservativen Partei, Mohamed Sheikh, hatte sogar gefordert, Johnson seine Rechte in der Unterhausfraktion zu entziehen: "Die Partei muss reagieren. Eine Entschuldigung ist nicht genug. Wir müssen mit scharfen Maßnahmen gegen diesen Mann vorgehen", sagte er. Doch Johnson lehnte Berichten zufolge eine Entschuldigung ab.

Johnson war im Juli im Streit um die Pläne Mays für den EU-Austritt zurückgetreten. Dem ehemaligen Wortführer der Brexit-Kampagne werden Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs nachgesagt. Nach einer Umfrage unter Tory-Anhängern von Anfang August ist er der Favorit für die Nachfolge von Premierministerin May. Diese Hoffnungen wären mit einem Ausschluss aus der Fraktion jedoch passé.

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