Kamera am Eingang zur al-Aqsa-Moschee | Bildquelle: AFP

Streit um Tempelberg "Der Frieden beginnt oder endet hier"

Stand: 23.07.2017 17:27 Uhr

Israel versucht, den Streit mit den Palästinensern um den Tempelberg zu entschärfen. Die Behörden installierten an den Zugängen Kameras. Die Palästinenser sehen jedoch auch darin - wie schon in den Metalldetektoren - einen Bruch der Vereinbarungen.

Von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel Aviv

Die israelische Polizei hat vor einem Aufgang zum Tempelberg hochsensible Kameras aufgestellt. Nach Berichten von israelischen Medien funktionieren diese wie ein Körperscanner. Das System schlägt Alarm, sobald ein Besucher einen verdächtigen Gegenstand bei sich trägt. Die Kameras könnten die umstrittenen Metalldetektoren ersetzen. Diese hatte Israel vor den Zugängen für Muslime zum Tempelberg installiert, nachdem bei einem Anschlag zwei israelische Polizisten getötet wurden.

Die Palästinenser sehen darin einen Bruch bestehender Vereinbarungen an ihren heiligen Stätten. Sie befürchten, dass Israel dort mehr Kontrolle übernehmen will. Der Tempelberg, auf Arabisch Al-Haram-Asch-Scharif, ist sowohl für Juden als auch für Muslime heilig.

Zwei Palästinenser getötet

Ein älterer Mann vor der Altstadt in Ostjerusalem hofft, dass sich die Lage bald wieder entspannt. "Das ist eine hochsensible Situation. Genau hier beginnt der Frieden. Oder der Frieden endet hier. Wenn die ganze Welt im Frieden leben will, dann muss er hier beginnen."

Bei weiteren Ausschreitungen gestern Abend wurden nach Medienberichten zwei Palästinenser durch israelische Sicherheitskräfte getötet. Ein Palästinenser starb, als er eine Brandbombe werfen wollte und diese in seiner Hand explodierte.

Am Freitag war es nach dem Gebet zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Dabei wurden drei Palästinenser getötet. Später am Abend schlich sich ein Palästinenser in eine israelische Siedlung im Westjordanland. In einem Haus tötete er mit einem Messer einen Familienvater und seine beiden erwachsenen Kinder.

Streit um Zugang zum Tempelberg
tagesschau 20:00 Uhr, 23.07.2017, Markus Rosch, ARD Tel Aviv

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Keine Seite zum Einlenken bereit

Bisher ist keine Seite bereit, im Streit um die Metalldetektoren einzulenken. Der palästinensische Präsident Machmud Abbas hatte am Freitag angekündigt, dass man sämtliche Kontakte zu Israel einfrieren werde, bis die Geräte verschwunden sind.

Dazu gehört auch die Sicherheitszusammenarbeit mit Israel, wie Abbas laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa inzwischen bestätigte. In der Vergangenheit hatten Sicherheitskräfte auf beiden Seiten kooperiert und damit auch Terroranschläge verhindert.

Beratungen über Alternativen

Aus Sicht der Israelis tut sich Abbas mit seiner Entscheidung keinen Gefallen. Yoav Mordechai, der in der israelischen Armee für die zivilen Kontakte mit den Palästinensern zuständig ist, sagte dem arabischen Dienst der BBC: "Die Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Wirtschaft ist in erster Linie für die Palästinenser wichtig. Erst danach kommen ein israelisches und ein gemeinsames Interesse."

Gedenken für drei am Freitag bei einer Messerattacke getöteten israelischen Siedler. | Bildquelle: AFP
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Gedenken für drei am Freitag bei einer Messerattacke getötete israelische Siedler.

Die israelische Regierung will heute über Alternativen zu den Metalldetektoren beraten. Vertreter der islamischen Stätten in Jerusalem haben aber bereits erklärt: Auch die neuen, hochmodernen Kameras, die nun installiert wurden, werde man nicht akzeptieren.

Zeichen weiter auf Eskalation

Damit stehen die Zeichen weiter auf Eskalation. In der Nacht wurde aus dem Gazastreifen eine Rakete in Richtung Israel abgeschossen, die allerdings in der Luft explodierte.

In der Nacht nahm die israelische Armee mindestens 25 Palästinenser fest, darunter Mitglieder der Hamas. Und der rechtsnationale israelische Minister Naftali Bennet fordert: Für den Palästinenser, der die israelische Familie ermordete, müsse nun die Todesstrafe folgen.

Kameras statt Detektoren: Palästinenser lehnen Kompromiss ab
B. Hammer, ARD Tel Aviv
23.07.2017 13:22 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 23. Juli 2017 Deutschlandfunk um 13:06 Uhr und die tagesschau um 13:15 Uhr.

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