Huthi Rebellen recken ihre Waffen in die Luft | Bildquelle: dpa

Bürgerkrieg im Jemen Waffenruhe endgültig gescheitert

Stand: 21.11.2016 15:05 Uhr

Die zweitägige Waffenruhe im Jemen scheint endgültig gescheitert. In der vergangenen Nacht flammten die Kämpfe wieder auf, mindestens 28 Menschen starben. Die Konfliktparteien gaben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern.

Zwei Tage wollte die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz im Jemen die Waffen ruhen lassen, nun sind die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen wieder ausgebrochen.

In der vergangenen Nacht wurden rund um die umkämpfte Stadt Taes im Südwesten des Landes 15 Huthi-Rebellen und neun Kämpfer der Regierungstruppen getötet, wie von Militär und Rettungskräften verlautete. Auch mehrere Zivilisten starben.

Die Konfliktparteien gaben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Feuerpause. Es gebe keine Achtung der Waffenruhe, nur Verletzungen, sagte ein Militärsprecher der Koalition. Militärisch gebe es derzeit keinen Befehl für eine Fortsetzung.

Die sechste Waffenstillstandsvereinbarung

Die Feuerpause war nach Vermittlung von US-Außenminister John Kerry am Samstag in Kraft getreten. Damit sollten unter anderem Hilfslieferungen in belagerte Gebiete gebracht werden können. Es war bereits der sechste Versuch, mit einer Waffenruhe die Gewalt im Jemen einzudämmen. Doch bereits am Sonntag warfen sich beide Seiten vor, jeweils dutzende Male gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben.

In dem Land kämpfen seit September 2014 Truppen des ins Exil geflüchteten sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten.

Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen und unterstützt damit die Hadi-Truppen. Trotz der massiven Luftangriffe gelang es der Militärallianz bisher nicht, die Huthi-Rebellen aus der Hauptstadt Sanaa zu verdrängen oder Präsident Hadi an die Macht zurückzubringen.

Seit Beginn der Kämpfe wurden nach Schätzungen der Vereinten Nationen fast 7000 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. US-Außenminister Kerry sprach vergangene Woche von einer "humanitären Katastrophe". Das Land steht laut UN kurz vor dem Zusammenbruch.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. November 2016 um 17:00 Uhr.

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