Zerstörtes Haus in Sanaa | Bildquelle: AP

Koalition setzt Angriffe aus Brüchige Feuerpause im Jemen

Stand: 19.11.2016 21:40 Uhr

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen will für 48 Stunden die Waffen schweigen lassen. Die Feuerpause hat am Vormittag begonnen, wurde aber nach Angaben aus Militärkreisen mehrfach durchbrochen.

Im Jemen sind die jüngsten Bemühungen um eine Feuerpause offenbar erfolgreich. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition will für 48 Stunden die Waffen schweigen lassen. Die zweitägige Feuerpause begann am Vormittag. Sie könne verlängert werden, wenn auch die Huthi-Rebellen die Waffen schweigen lassen und Hilfslieferungen in belagerte Städte wie Taes erlauben, hieß es.

Unklar blieb allerdings, wie gut die Waffenruhe hält. Aus Militärkreisen verlautete, die Kämpfe hätten auch mehrere Stunden nach Beginn der Wafenruhe rund um die Stadt Taes angedauert. Auch aus anderen Regionen seien Kämpfe gemeldet worden.

Huthi-Rebellen vom Iran unterstützt

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des gewählten und international anerkannten sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Hadi floh vor den Rebellen ins benachbarte Saudi-Arabien.

Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen. Sie werden von den USA unterstützt. Doch auch mit Tausenden Angriffen gelang es nicht, die Huthis aus der Hauptstadt Sanaa zu vertreiben. Stattdessen wurden wiederholt Schulen, Märkte, Krankenhäuser und Wohnhäuser getroffen. Nach UN-Angaben starben bislang fast 7000 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten. US-Außenminister John Kerry sprach in dieser Woche von einer "humanitären Katastrophe".

UN warnen vor Kollaps

Nach Einschätzung der UN steht das Land kurz vor dem Zusammenbruch. 80 Prozent der Bevölkerung, also rund 21,2 Millionen Menschen, seien auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als zwei Millionen Jemeniten litten an Unterernährung, so berichtete UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien dem Sicherheitsrat Anfang November.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. November 2016 um 09:00 Uhr.

Darstellung: