Karte: Jemen

Waffenruhe gebrochen Dutzende Tote bei Kämpfen im Jemen

Stand: 19.12.2015 19:46 Uhr

Trotz einer vereinbarten Waffenruhe und Friedensverhandlungen wird im Jemen weiter gekämpft. In den vergangen drei Tagen wurden insgesamt mindestens 68 Menschen getötet. Saudi-Arabien unterstützt Regierungstruppen offenbar mit Luftangriffen.

Die Kämpfe im Jemen gehen ungeachtet der Waffenruhe und der Friedensverhandlungen der Konfliktparteien in unverminderter Härte weiter. Im Norden des Landes an der Grenze zu Saudi-Arabien sind in den vergangenen drei Tagen mehr als 40 Rebellen und mindestens 28 Regierungssoldaten getötet worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Andere Agenturen berichten von mindestens 75 Toten. Auf beiden Seiten gab es demnach auch Dutzende Verletzte.

Saudi-Arabien greift aus der Luft ein

Die Regierungstruppen rückten den Angaben zufolge von einem Lager in Saudi-Arabien, in dem sie monatelang trainiert hatten, über die Grenze in die jemenitische Provinz Haddscha vor. Kampfflugzeuge des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses unterstützten sie aus der Luft. Deren Bomben seien für die meisten Todesopfer verantwortlich gewesen, sagten die Augenzeugen und Sicherheitsbeamten.

Das bitterarme arabische Land versinkt seit vergangenem Jahr immer tiefer im Bürgerkrieg. Auf der einen Seite stehen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Sie kämpfen gegen Getreue von Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, die von sunnitischen Staaten mit Luftangriffen unterstützt werden.

Waffenruhe von Anfang an brüchig

Beide Seiten hatten am Dienstag einen neuen Anlauf für Friedensgespräche genommen. Parallel dazu sollte eine Woche lang eine Waffenruhe gelten, damit humanitäre Hilfe zur notleidenden Zivilbevölkerung gelangen kann. Doch die Waffenruhe erwies sich gleich zu Anfang als brüchig und die Rebellen brachen am Freitag als Protest die Gespräche mit der Regierungsdelegation ab.

Hinter den Kulissen wurde aber offensichtlich weiter verhandelt. Zwei Teilnehmer der Gespräche sagten der AP, dass die Huthis fünf ranghohe Geiseln freilassen wollten, darunter Verteidigungsminister Mahmud Subaihi und General Nasser Mansur Hadi, den Bruder von Präsident Hadi. Ob die neuen Kämpfe die Verhandlungen doch noch zum Scheitern bringen, ist bisher unklar. Am Donnerstag hatten die Huthis unter anderem eingewilligt, Hilfslieferungen nach Haddscha zuzulassen, die Hauptstadt der Provinz, in der nun gekämpft wurde.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19.. Dezember 2015 um 12:00 Uhr.

Darstellung: