Karte: Jemen mit den Städten Sanaa und Mocha

Krieg im Jemen Bis zu 130 Tote bei Angriff auf Hochzeit

Stand: 29.09.2015 15:00 Uhr

Rund 4500 Tote - darunter fast 2400 Zivilisten: So lautet die Zwischenbilanz des Jemen-Kriegs. Nach dem Bombardement einer Hochzeit mit rund 130 Toten spricht die UN von einer "Missachtung menschlichen Lebens auf allen Seiten".

Bei einem Raketenangriff auf eine Hochzeitsfeier im Jemen sind nach UN-Angaben rund 130 Zivilisten getötet worden. Die Huthi-Rebellen machten die arabische Militärkoalition für das Bombardement verantwortlich. Allerdings bestritt die von Saudi-Arabien geführte Allianz jede Verantwortung und verwies stattdessen auf örtliche Milizengruppen. "In der ganzen Gegend hat es seit drei Tagen keine Militäroperationen mehr gegeben", sagte ein Sprecher.

Der Angriff ereignete sich bereits am Monntag nahe der Küstenstadt Mocha. Anwohnern zufolge schlugen zwei Raketen in die Zelte der Hochzeitsfeier ein. Die Hintergründe der Tat sind unklar. Laut der britischen BBC soll der Bräutigam in Verbindung mit den Huthi-Rebellen gestanden haben - was für ein gezieltes Bombardement sprechen würde. Die Nachrichtenagentur AP zitierte hingegen aus jemenetischen Sicherheitskreisen, es habe sich "um ein Versehen" gehandelt.

Der Jemen versinkt seit Monaten im Krieg. Dabei greift die arabische Allianz immer wieder Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen an. Sie will damit die vom Iran unterstützte Miliz aus der Hauptstadt Sanaa vertreiben und Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi wieder an die Macht verhelfen.

Die Opferzahlen steigen unaufhaltsam. So gibt es nach UN-Angaben inzwischen rund 4500 Tote, darunter mindestens 2355 Zivilisten. Ein UN-Sprecher sagte, im Jemen herrsche eine "Missachtung menschlichen Lebens auf allen Seiten".

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