Gruppenfoto des Gipfeltreffens der Arabischen Liga | Bildquelle: AFP

Krise im Jemen Arabische Liga beschließt Eingreiftruppe

Stand: 29.03.2015 13:08 Uhr

Angesichts der gewaltsamen Konflikte im Jemen und anderen Ländern der Region hat die Arabische Liga die Gründung einer gemeinsamen militärischen Eingreiftruppe beschlossen. Ihr sollen nach Angaben ägyptischer Beamter etwa 40.000 Elitesoldaten angehören.

Die arabischen Staats- und Regierungschefs haben die Gründung einer gemeinsamen Eingreiftruppe beschlossen. Die Streitmacht solle gegen extremistische Gefahren in der Region vorgehen können, sagte Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi während des Gipfels der Arabischen Liga in Sharm El-Sheikh. 

Arabische Liga will gemeinsame Eingreiftruppe aufbauen
tagesschau 17:15 Uhr, 29.03.2015, Alexander Stenzel, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Details zur Umsetzung nannte al-Sisi zunächst nicht. Ägyptische Beamte sagten aber, die gemeinsame Truppe solle etwa 40.000 Elitesoldaten umfassen und von Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen unterstützt werden. Weitere Details sollen im April gemeinsam mit militärischen Entscheidungsträgern ausgearbeitet werden.

Der Liga gehören unter anderem der Irak, der Jemen, Libyen, Somalia, der Sudan und Syrien an, die allesamt mit radikalislamischen Rebellengruppen zu kämpfen haben.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi, der Emir von Kuwait, Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah, der saudische König Salman bin Abdulaziz al-Saud und der gewählte jemenitische Präsident Abdrabbo Mansour Hadi (v.l.n.r.) beim Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Sharm El-Sheikh | Bildquelle: dpa
galerie

Der ägyptische Präsident al-Sisi, der Emir von Kuwait, Scheich Sabah, der saudische König Salman und der gewählte jemenitische Präsident Hadi (v.l.n.r.)

Das Gipfeltreffen der arabischen Staatsoberhäupter stand unter dem Eindruck des Bürgerkrieges im Jemen. Schiitische Huthi-Rebellen dominieren gemeinsam mit Getreuen des ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih große Teile des Landes. Erst am Donnerstag startete eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition aus rund zehn Staaten Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen im Jemen.

Nach Auffassung des sunnitischen Königshauses in Riad werden die Huthi vom Iran unterstützt. Auch Jemens entmachteter Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi macht den Iran für das Chaos im Jemen verantwortlich. Ihm war mit saudischer Hilfe die Flucht außer Landes gelungen. Saudi-Arabien und der Iran beanspruchen beide eine Führungsrolle in der Region.

Darstellung: