Rettungsteams suchen nach Opfern des Erdrutsches an der Jade-Mine in Myanmar. | Bildquelle: AFP

Erdrutsch in Myanmar Dutzende Tote in Jade-Mine befürchtet

Stand: 26.12.2015 14:37 Uhr

Erneut sind bei einem Erdrutsch in einer Jade-Mine in Myanmar offenbar Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Weil das Militär vermutlich von den Erlösen profitiert, wird in den Minen derzeit intensiv gearbeitet. Denn nach dem Machtwechsel wird sich wohl alles ändern.

Von Peter Kujath, ARD-Studio Singapur

Bei einem Erdrutsch in den Jade-Minen im Norden Myanmars sind mehrere Dutzend Menschen verschüttet worden. Für sie bestehe kaum noch Hoffnung. Die örtlichen Behörden sprachen von vermutlich 50 Toten, mindestens fünf Leichen wurden bereits geborgen. Das Unglück hat sich bereits am Freitagnachmittag ereignet, Informationen dringen aber nur langsam aus dem abgelegenen Bergbaugebiet.

Die Jadesteine aus der Region gelten als qualitativ sehr hochwertig, und die bisherigen Militärmachthaber stehen wohl in enger Verbindungen mit den lukrativen Minen.

114 Tote bereits vor einem Monat

Die Polizei hat bisher nur den Erdrutsch bestätigt, von Minenarbeitern ist jedoch zu hören, dass sich das Unglück an den Hängen mit abgelagertem Schutt zugetragen hat. Dort suchen Tagelöhner aus den umliegenden Dörfern nach übersehenen, kleinen Jadesteinen und hoffen so mit etwas Glück dem Leben in Armut zu entkommen. Vor gut einem Monat ist es auf einer solchen Halde bereits zu einem ähnlichem Unglück mit 114 Toten gekommen.

Menschenrechtsaktivisten kritisieren die laxen Sicherheitsbestimmungen im Jadeabbaugebiet im Norden Myanmars. Angesichts des bevorstehenden Machtwechsels scheint das Arbeitstempo dort noch einmal zugenommen zu haben. Viele Dorfbewohner mussten wegen des Einsatzes schwerer Maschinen ihre Hütten verlassen.

Ein Käufer, der links einen Ring mit einem grünen Jadestein trägt, prüft einen rohen Jadestein aus einer Mine. | Bildquelle: REUTERS
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Ein Käufer, der links einen Ring mit einem grünen Jadestein trägt, prüft einen rohen Jadestein aus einer Mine.

Suu Kyi kündigte strengere, staatliche Kontrollen an

Die vor kurzem als Wahlsiegerin hervorgegangene starke Frau Myanmars, Aung San Suu Kyi, hatte strengere, staatliche Kontrollen auch über die Jade-Minen angekündigt. Seitens der USA besteht noch immer ein Importverbot von Jade aus dem Norden Myanmars, weil die US-Regierung befürchtet, dass die Erlöse den Militärs zugutekommen.

Viele der Steine werden wohl illegal nach China gebracht und dort teuer verkauft. Jade gilt in China als Glücksbringer und Garant für Wohlstand sowie ein langes Leben.

Erdrutsch in den Jade-Minen fordert Tote
P. Kujath, ARD Tokio
26.12.2015 12:09 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 26. Dezember 2015 um 18:34 Uhr im Deutschlandfunk.

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